<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</title>
	<atom:link href="https://www.paulitrenkwalder.com/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.paulitrenkwalder.com/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Wed, 04 Feb 2026 09:36:19 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.8.3</generator>

<image>
	<url>https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2023/11/cropped-PT-Favicon2-32x32.jpg</url>
	<title>[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</title>
	<link>https://www.paulitrenkwalder.com/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>bergundsteigen 2025: Erklären statt belehren &#8211; der Alpinunfall in den Sozialen Medien</title>
		<link>https://www.paulitrenkwalder.com/bergundsteigen-2025-erklaeren-statt-belehren-der-alpinunfall-in-den-sozialen-medien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Riki]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Dec 2025 07:44:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beitrag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.paulitrenkwalder.com/?p=1811</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/bergundsteigen-2025-erklaeren-statt-belehren-der-alpinunfall-in-den-sozialen-medien/">bergundsteigen 2025: Erklären statt belehren &#8211; der Alpinunfall in den Sozialen Medien</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
		<div id="fws_698601a1e8435"  data-column-margin="none" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row top-level  bottom_margin_120px bottom_margin_tablet_80px"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				<div id="titel" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h5><i>Beitrag im bergundsteigen 2025</i></h5>
<div>
<h2><strong>Freiheit, Vertrauen und Verantwortung – diese Werte leben wir am Berg. Nur online gelten sie kaum: Besonders nach Bergunfällen wird geurteilt, moralisiert und Schuld zugewiesen. Was Menschen dazu antreibt, welche Mechanismen dies verstärken und was eine echte Fehlerkultur braucht.</strong></h2>
</div>
	</div>
</div>



<div class="divider-wrap" data-alignment="default"><div style="height: 15px;" class="divider"></div></div>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h6><strong><span lang="DE">Beitrag: </span></strong><span lang="DE">Pauli Trenkwalder, Riki Daurer</span></h6>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div><div id="intro" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h3>Warum die Fehlerkultur am Berg und im Netz so unterschiedlich ist – und was wir daraus lernen können</h3>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
		<div id="fws_698601a1eddbe"  data-column-margin="default" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p>Frühmorgens am Grat. Zwei Bergsteiger:innen steigen vorsichtig über festen Firn und griffigen Fels. Stirnlampen werfen tanzende Kegel in die Dunkelheit. Der Wind ist kalt, der Himmel verspricht einen klaren Tag. Jeder Schritt ist durchdacht, jeder Griff bewusst. Es herrscht Ruhe – aber auch Konzentration, Verantwortung, Vertrauen. Und vor allem eines: Freiheit. Diese Momente sind für viele Ausdruck von Selbstbestimmung, von einer Lebensphilosophie. Entscheidungen sind nicht immer eindeutig, aber getragen von Erfahrung, Intuition, Absprache.<br />
Doch dann passiert es: ein falscher Tritt, eine Fehleinschätzung, Steinschlag – oder einfach Pech. Die Seilschaft gerät in Not, einer wird verletzt. Der Rettungshubschrauber kommt,<br />
der Tag endet im Krankenhaus statt am Gipfel. Ein Szenario, wie es sich kürzlich an einem bekannten Ostalpengipfel ereignete:<br />
Zwei gut vorbereitete Alpinist:innen gerieten<br />
in einem steilen Schneefeld ins Rutschen. Der Unfall ging glimpflich aus, doch die Geschichte machte im Netz die Runde. Keine 24 Stunden später Dutzende Kommentare, Hunderte Likes, klare Urteile: „Die sollen das selber zahlen“, „Wer so was macht, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere“, „Fahrlässig“.</p>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>„Ob man aus einem Fehler lernt<br />
oder daran zerbricht, hängt von<br />
innerer Haltung und äußerem<br />
Umgang ab.“ </p><span class="wrap"><span>Pauli Trenkwalder</span></span></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h2>Zwischen Felsgrat und Kommentarspalte</h2>
<p>Während die beiden Verunfallten noch versuchen zu verstehen, was passiert ist, wird im digitalen Raum bereits geurteilt – noch lange bevor ein Gutachten erstellt ist oder ein Gericht ein Urteil gefällt hat. Plötzlich sind die Werte, die wir am Berg hochhalten, wie weggeblasen. Aber was passiert da mit uns? Warum fällt es uns im Netz so schwer, empathisch und lernbereit zu bleiben, wenn etwas schiefläuft? Diese Überlegungen führen zu zwei zentralen Fragen im Umgang mit sozialen Medien: Können wir online wirklich aus den Fehlern anderer lernen? Oder brauchen wir dafür zuerst eine andere Haltung im Umgang mit Fehlern?</p>
	</div>
</div>




<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h2>Die Realität sozialer Medien</h2>
<p>Zurück zum Unfall in den Ostalpen, der von alpinen Organisationen, die an der Rettung beteiligt waren, von einem Medium und zahlreichen Privatpersonen geteilt wurde. Unabhängig von der jeweiligen dahinterliegenden Motivation hat der Unfall-Post dadurch viel Reichweite bekommen: durch Algorithmen, durch Kommentare, Likes oder das reine Betrachten der Meldung.</p>
<p>So prallen zwei Welten aufeinander: die alpine Realität, zu der unvorhergesehene Ereignisse, schlechte Entscheidungen oder einfach Pech dazugehören, und die sozialen Medien mit ihrer oft fehlenden Fehlerkultur. Das Ergebnis: Moralisierungen, Verurteilungen von Opfern oder Angehörigen und die Verbreitung von Botschaften.</p>
<p>Im Folgenden wird gezeigt, warum Alpinunfälle online so viel Aufmerksamkeit und starke Emotionen erzeugen – und wie die Mechanismen sozialer Plattformen diese Dynamik noch verstärken. Besonders wirkungsvoll sind dabei ambivalente Narrative: Erzählungen, die gleichzeitig Mitgefühl, Faszination und moralische Bewertungen auslösen.</p>
<h3>Ambivalente Narrative befördern das Kommentieren von Unfällen</h3>
<p>Ambivalente Narrative prägen die Art und Weise, wie über alpine Unfälle gesprochen und geurteilt wird. Sie schaffen Spannung zwischen Empathie und Anklage, zwischen Lernbereitschaft und Sensationslust und laden so besonders stark zum Kommentieren ein.</p>
<h3>Motivation hinter dem Post vs. Botschaft der Nachricht</h3>
<p>Ein vermeintlich gut gemeinter Post („damit andere daraus lernen“) kann schnell zum Auslöser eines Shitstorms werden. Mit dem Teilen lädt man die Community automatisch zur Bewertung ein. Die Autor:innen werden ihrer Position enthoben und die Leser:innen werden durch ihre Kommentare zu neuen Autor:innen und verleihen dem Post so eine neue, oft unerwünschte Bedeutung.</p>
<p>Umgekehrt kann ein kalkulierter Medienbeitrag wie seriöse Information wirken – obwohl er lediglich Klicks und Reichweite im Blick hat.</p>
<h3>„Die Geister, die wir riefen“ vs. „Die Bergsteiger:innen, die wir nicht wollen“</h3>
<p>Viele von uns leben vom alpinen Tourismus und vermarkten die Alpen als Erlebnisraum – zuzüglich notwendiger Versicherungen. Doch ein Unfall scheint in diesem Zusammenhang keinen Platz zu haben, die Verunfallten werden zu Unerwünschten.</p>
<p>So entsteht die skurrile Situation, dass auf der einen Seite der Abschluss von Versicherungen für Bergungskosten angepriesen wird und auf der anderen Seite jene verurteilt werden, die diese in Anspruch nehmen müssen.</p>
<h3>Laien vs. Expert:innen / Wir und die anderen</h3>
<p>Die perfekte Pulverabfahrt bei Lawinenwarnstufe 3, der Aufruf zum „Spaß im Schnee“, steht neben der Warnung, bitte an demselben Tag nicht ins freie Gelände zu gehen. Expert:innen dürfen riskante Touren unternehmen, der Laie hingegen gilt als fahrlässig, wenn er rausgeht und etwas schiefgeht.</p>
<h3>Fahrlässigkeit vs. Schicksalsschlag</h3>
<p>Oft übernimmt die Community diese Rolle, dazu eingeladen durch die Art, wie Unfälle online aufbereitet werden. Um Reichweite zu steigern, werden Posts – leider zunehmend auch von hochwertigen Medien – mit irrelevanten Informationen über die Betroffenen angereichert.</p>
<p>Passiert derselbe Unfall hingegen Einheimischen oder Bergführer:innen, wird eher von Naturgewalt oder einem unvorhersehbaren Ereignis gesprochen.</p>
<h3>Sensibilisieren vs. Rage Bait</h3>
<p>Ein Einsatz im Mai 2025: Ein Verunfallter wird am Klettersteig Donnerkogel-Himmelsleiter gerettet. Während die ARA-Flugrettung über den Einsatz nüchtern und knapp berichtet und lediglich einen Kommentar dafür erhält, wird derselbe Unfall von anderen mit reißerischen Details, beispielsweise zur Nationalität der verunfallten Person, angereichert.</p>
<p>Die Ausbeute: 183 meist negative Kommentare. Das Ziel: mehr Klicks. Die einen (Bergrettungsorganisationen) möchten auf diese Art Öffentlichkeitsarbeit betreiben, die anderen hingegen Klicks generieren – die Konsequenzen sind für beide jedoch dieselben: Sie laden die Community zur Bewertung ein.</p>
<h3>Mutmaßungen vs. Faktenwissen</h3>
<p>Mutmaßungen sind von Fakten nicht immer unterscheidbar, sodass den sofort geposteten Unfallberichten oft geglaubt wird. Dass eine professionelle Aufarbeitung und Bewertung von Alpinunfällen Zeit braucht, wissen viele nicht.</p>
<h3>Fremdzweck vs. Eigennutzen</h3>
<p>Der gerne genannte altruistische Ansatz, einen Unfall zu posten, damit andere lernen, soll kritisch gesehen werden – vor allem bei Privatpersonen. Poste ich einen Unfall wirklich nur, damit andere etwas daraus lernen können? Oder eignet sich ein Unfall nicht hervorragend, um mich selbst als vermeintliche Expertin bzw. vermeintlichen Experten zu positionieren? Auf Kosten anderer.</p>
<h3>Wie soziale Medien die Dynamik verstärken</h3>
<p>Widersprüchliche, abstoßende oder faszinierende Bilder lösen besonders viele Emotionen aus. Sie öffnen Interpretationsspielräume und laden zur Bewertung ein. So dreht sich die Empörungsspirale weiter.</p>
<p>Aber auch andere Mechanismen der sozialen Medien verstärken diesen Effekt:</p>
<h3>Soziale Medien sind Wirtschaftsunternehmen</h3>
<p>Soziale Medien sind Wirtschaftsunternehmen. Ihr Ziel ist eine möglichst hohe Nutzung und Interaktion. Algorithmen pushen dabei die Inhalte, die viele Reaktionen auslösen.</p>
<h3>Portale übernehmen keine journalistische Verantwortung</h3>
<p>Im Gegensatz zu klassischen Medien tragen Plattformen keine redaktionelle Verantwortung. Für sie zählen Interaktion statt Einordnung, Emotionalisierung statt Kontextualisierung.</p>
<p>User:innen agieren dadurch wie Medieninhaber, meist ohne Bewusstsein für rechtliche oder medienethische Grenzen.</p>
<h3>Kollektives Gatekeeping</h3>
<p>Die redaktionellen Auswahlprozesse übernimmt die Community: Likes, Shares und Kommentare entscheiden, welche Inhalte verstärkt angezeigt werden.</p>
<h3>Aufbau der Posts: Visual Framing</h3>
<p>Die Aufmerksamkeit gilt fast immer dem Bild, das den Hauptinhalt vermittelt, und nicht dem Text.</p>
<h3>Kommentare überlagern den Inhalt</h3>
<p>Der Wert eines Beitrags wird nicht nur über die Anzahl der Likes gemessen. Auch die Folgekommunikation wird wichtiger als der ursprüngliche Inhalt. Der Diskurs verlagert sich von der Bedeutung des Beitrags zur Bedeutung der Reaktionen darauf. Dadurch verändert sich der ursprüngliche Inhalt maßgeblich</p>
<h3>First-Mover Advantage &amp; Sofortismus</h3>
<p>Wer Informationen zuerst postet, erhält unabhängig von der Qualität die größte Sichtbarkeit.<br />
Inhalte werden daher oft direkt vom Ort des Geschehens geteilt.</p>
<h3>Quantität vor Qualität</h3>
<p>Reichweite wird algorithmisch über Interaktionen (Likes, Shares, Emojis) und nicht über<br />
qualitätvolle Inhalte gemessen. Nicht die fachliche Tiefe entscheidet, sondern Engagement.</p>
<h3>Die Konsequenzen im analogen Leben</h3>
<p>Algorithmen und Kommentar-Dynamiken führen dazu, dass falsche oder unvollständige Informationen<br />
über Unfälle verbreitet werden – und laden zum Bewerten und Verurteilen ein.</p>
<p>Viele fühlen sich online anonym und posten daher bedenkenlos. Betroffene oder Angehörige werden<br />
be- und verurteilt, oft auf eine Weise, die im persönlichen Gespräch undenkbar wäre.</p>
<p>Das belastet nicht nur die Betroffenen, sondern kann auch rechtliche Konsequenzen haben:<br />
Likes, Posts und Kommentare sind juristisch nicht folgenlos, wie 2024 die Verurteilung eines<br />
Shitstorm-Teilnehmers zeigte.</p>
<h3>Eine gute Idee: Sich eigener Motive bewusst werden</h3>
<p>Bevor ein Post zu einem Unfall abgesetzt bzw. kommentiert wird, sollte man sich über die eigenen<br />
Motive klar werden:</p>
<ul>
<li>Was will man erreichen?</li>
<li>Kann das Posten dieses Ziel wirklich erfüllen?</li>
<li>Besteht die Gefahr unerwünschter Botschaften, Folgekommunikation oder juristischer Konsequenzen?</li>
</ul>
<p>Dies gilt für Vereine, Medien und private User:innen gleichermaßen.</p>
<p>Beim Posten hat der Faktencheck oberste Priorität. Dazu gehören Vollständigkeit, Wahrheit und<br />
Relevanz. Nur verifizierte Fakten sollten online gestellt werden, um weniger Spielraum für<br />
Mutmaßungen zu lassen.</p>
<p>Sind nicht alle Informationen gesichert, kann man darauf hinweisen oder das Posting verschieben.<br />
Ebenso ist Transparenz über die Motivation des Postens relevant.</p>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>„Viele vorverurteilen Unwissende. Nur – wer betreut sie?“ </p><span class="wrap"><span>Riki Daurer</span></span></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h2>Die psychologische Seite</h2>
<p>Wenn Werte plötzlich Auslegungssache werden Freiheit, Vertrauen und Verantwortung: Das sind die zentralen Werte, für die Bergsteiger:innen stehen. Sie handeln selbstbestimmt, was das psychologische Grundbedürfnis der Autonomie widerspiegelt. Insbesondere in einer Seilschaft verlassen sie sich auf andere, was einen zentralen Pfeiler sozialer</p>
<p>Sicherheit bildet. Gleichzeitig stärkt Vertrauen das Kohärenzgefühl, also das tiefe Vertrauen, dass das Leben einen Sinn hat, dass Herausforderungen verstehbar sind und man an ihnen wachsen kann. Zudem übernehmen Bergsteiger:innen Verantwortung für sich selbst, für andere und für die Natur.</p>
<p>Diese Form der Selbstwirksamkeit – also das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Herausforderungen zu gestalten – stärkt das Selbstbild. Online geraten diese Werte allerdings ins Wanken: Die Werte, die Menschen am Berg als grundlegend erleben, scheinen im digitalen Raum plötzlich zu verschwinden oder sogar ins Gegenteil verkehrt zu werden.</p>
<h3>Freiheit wird durch Urteil oder Kontrolle ersetzt</h3>
<p>Am Berg bedeutet Freiheit: „Ich entscheide selbst, ich gehe meinen Weg.“ Online, besonders nach Unfällen, wird daraus ein „Wie konnte man nur so was tun?“ oder ein „Selbst Schuld: bei Lawinenwarnstufe 4 geht man halt nicht raus.“</p>
<p>Was passiert? Die Freiheit der Einzelnen wird im Nachhinein kollektiv bewertet. Es entsteht ein Kontrollreflex: Menschen wollen Risiko rationalisieren, kategorisieren, um sich selbst sicherer zu fühlen.</p>
<p>Psychologisch ist das eine Schutzstrategie gegen das Gefühl von Kontrollverlust – nach dem Motto: „Wenn ich weiß, was der oder die falsch gemacht hat, kann mir das nicht passieren.“</p>
<h3>Vertrauen wird durch Misstrauen oder Schuldzuweisung ersetzt</h3>
<p>Im Gelände ist Vertrauen zentral – in den oder die Partner:in, in Entscheidungen, in gemeinsame Verantwortung. Online wird stattdessen gefragt: „Hat er seine Partnerin da reingezogen?“ oder „Wurde da überhaupt ordentlich geplant?“</p>
<p>Was passiert? Der Vertrauensraum „Seilschaft“ wird durch einen öffentlichen Gerichtssaal ersetzt. Besonders tragisch: Der Unfall zerstört nicht nur Leben, sondern oft auch nachträglich Beziehungen durch öffentliches Misstrauen.</p>
<p>Psychologisch gesprochen fehlt in der Anonymität der Kommentarspalten die soziale Einbettung. Es dominiert das Bedürfnis nach kognitiver Kohärenz: „Jemand muss schuld sein.“</p>
<h3>Verantwortung wird durch Schuldzuweisung oder Moralisierung ersetzt</h3>
<p>Am Berg heißt Verantwortung: „Ich bin mir der Risiken bewusst und trage die Konsequenzen.“ Online wird daraus: „Völlig verantwortungslos, bei dem Wetter rauszugehen!“ oder „Solche Leute gefährden auch die Bergrettung!“</p>
<p>Was passiert? Es entsteht eine Moralisierung von Risiko. Verantwortung, die am Berg hoch geschätzt wird, wird im digitalen Raum zum Vorwurf.</p>
<p>Der Unterschied ist subtil, aber tiefgreifend: Verantwortung ist aktiv, selbstbewusst, bewusst. Schuld ist passiv, rückwirkend, beschämend.</p>
<h3>Warum diese Umkehr?</h3>
<ul>
<li><strong>Emotionale Entlastung:</strong> Menschen wollen sich nach einem Unfall abgrenzen – emotional, moralisch, rational. „Ich bin anders, ich würde so was nicht tun.“ Das gibt Sicherheit, kostet aber Empathie.</li>
<li><strong>Digitale Disinhibition:</strong> Online fehlt oft der soziale Korrektiv-Rahmen. Blickkontakt, Mitgefühl und Zwischentöne fehlen – Urteile werden erleichtert.</li>
<li><strong>Kognitive Vereinfachung komplexer Realität:</strong> Unfälle sind meist das Ergebnis vieler Faktoren. Online sucht man schnelle Erklärungen, einfache Schuldige, klare Narrative.</li>
</ul>
<h3>Warum wir so schnell urteilen</h3>
<p>Aus psychologischer Sicht ist das Verständnis für Fehler alles andere als trivial. Wer andere belehrt, stellt sich über sie – und verletzt damit oft ein zentrales menschliches Grundbedürfnis: das nach Autonomie.</p>
<p>In der Selbstbestimmungstheorie der US-Psychologen und gilt Autonomie als eine der drei Grundvoraussetzungen für intrinsisch motiviertes Lernen. Wird dieses Bedürfnis untergraben – etwa durch bevormundende oder überlegene Kommunikation – reagieren Menschen häufig mit innerem Widerstand.</p>
<p>Selbst gut gemeinte Hinweise werden dann abgelehnt – nicht weil sie inhaltlich falsch sind, sondern weil sie als Angriff auf die eigene Entscheidungsfreiheit empfunden werden. Das erzeugt Hierarchien: „Ich weiß es besser als du.“</p>
<p>Beim Gegenüber löst das oft Scham, Trotz oder Abwehr aus. In der Psychologie spricht man hier vom sogenannten Reaktanz-Effekt: Menschen reagieren mit Widerstand, wenn sie sich bevormundet fühlen – selbst dann, wenn der Rat eigentlich sinnvoll ist.</p>
<p>Ein typischer Satz wie „Bei Lawinenwarnstufe 3 geht man dort halt nicht rauf“ mag sachlich korrekt sein. Aber er blendet aus, dass Entscheidungen in Echtzeit, mit unvollständigen Informationen, unter Druck oder in komplexen Dynamiken getroffen werden.</p>
<p>Im Nachhinein zu urteilen ist leicht – hilfreich ist es selten.</p>
<h3>Belehrung grenzt aus, Erklären öffnet Dialog</h3>
<p>Wenn wir möchten, dass Menschen aus Fehlern lernen, brauchen wir eine andere Haltung – eine, die erklärt, statt zu belehren. Erklären bedeutet: Wir begegnen uns auf Augenhöhe.</p>
<p>Statt zu fragen „Warum habt ihr das gemacht?“, könnten wir fragen: „Welche Faktoren könnten hier eine Rolle gespielt haben?“</p>
<ul>
<li><strong>Belehrend:</strong> „Wer bei Stufe 3 diesen Hang einspurt, ist selbst schuld.“</li>
<li><strong>Erklärend:</strong> „Viele Unfälle passieren bei Stufe 3, weil die Bedingungen trügerisch sind. Wie kann man das besser einschätzen?“</li>
</ul>
<p>So entsteht ein Lernraum. Menschen, die einen Fehler gemacht haben, wissen das oft selbst. Doch genau in diesem Moment sind sie besonders verletzlich.</p>
<p>Scham- und Schuldgefühle können – wie die US-amerikanische Forscherin zeigt – das Lernen blockieren. Wenn sich jemand beschämt oder moralisch entwertet fühlt, schließt sich oft der innere Zugang zur Reflexion.</p>
<p>Deshalb brauchen wir sogenannte <em>sichere Lernräume</em>: Umgebungen, in denen Fehler nicht mit Bloßstellung, sondern mit Verständnis beantwortet werden. Nur so entsteht die Offenheit, aus Erlebtem tatsächlich etwas mitzunehmen.</p>
<p>Die zentrale Frage ist nicht: <strong>Wer ist schuld?</strong><br />
Sondern: <strong>Was können wir alle daraus mitnehmen?</strong></p>
<h3>Digitale Dynamiken: Wenn aus Verantwortung Schuld wird</h3>
<p>In sozialen Netzwerken zeigt sich ein besonderer Mechanismus: der sogenannte <em>Digital Disinhibition Effect</em>, ein Begriff, den der amerikanische Psychologe prägte.</p>
<p>Der Effekt beschreibt die Enthemmung, die viele Menschen in digitalen Räumen erleben. Ohne Blickkontakt, ohne unmittelbare Rückmeldung durch Mimik oder Körpersprache und oft anonym, verlieren viele die natürlichen sozialen Filter.</p>
<p>Kommentare werden härter, Zuschreibungen extremer, Urteile schneller. Die fehlende soziale Nähe senkt die Schwelle für Moralisierung und öffentliche Anklage – besonders bei emotional aufgeladenen Themen wie Bergunfällen.</p>
<p>Die Kommunikation verändert sich: Aus Verantwortung wird Schuld, aus Vertrauen Misstrauen, aus Freiheit das Nachrechnen von Fehlern.</p>
<p>Online-Kommentare sind schnell, hart, urteilsfreudig. Die sozialen Korrektive, die wir am Berg intuitiv beachten – Respekt, Zwischentöne, das gemeinsame Risiko – fehlen in der Anonymität des Netzes.</p>
<p>Die Folge: Statt kollektivem Lernen entsteht eine Tribunalkultur. Besonders tragisch ist das für Angehörige, Kamerad:innen und Retter:innen. Eine kritische Reflexion wird so unmöglich gemacht.</p>
<h3>Fehlerkultur als eine Frage der Haltung</h3>
<p>Fehlerkultur beginnt nicht mit Fakten, sondern mit Haltung. Lernen geschieht nur dort, wo psychologische Sicherheit besteht – ein Konzept, das von der Organisationspsychologin geprägt wurde.</p>
<p>Es beschreibt ein Klima, in dem Menschen sich trauen, Fragen zu stellen, Zweifel zu äußern und auch Fehler einzugestehen, ohne negative soziale Konsequenzen befürchten zu müssen.</p>
<p>Gerade in risikobehafteten Kontexten wie dem Bergsport ist diese Sicherheit zentral: Nur wer sich sicher fühlt, reflektiert ehrlich und lernt nachhaltig.</p>
<p>Wenn wir als Bergcommunity – ob als Expert:innen, Autor:innen oder Kommentierende – möchten, dass aus Unfällen gelernt wird, brauchen wir eine Sprache, die erläutert, statt bloßzustellen. Eine Kommunikation, die fragt, nicht urteilt.</p>
<p>Eine Fehlerkultur, die die Würde der Beteiligten wahrt und gleichzeitig Lernen ermöglicht.</p>
<p><strong>Denn:</strong> Wer belehrt, schafft Distanz. Wer erklärt, schafft Verständnis. Und nur wer versteht, kann lernen.</p>
	</div>
</div>



<a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="https://www.bergundsteigen.com" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zur bergundsteigen Website</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a><a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2025/12/bergundsteigen-133_seite-48-54_Erklaeren-statt-belehren.pdf" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zum Beitrag als PDF</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h2>Quellen:</h2>
<ul>
<li>Brodnig, I. (2018).<br />
<a href="https://www.borromedien.de/produkt-1/hass_im_netz/9285448" target="_blank" rel="noopener"><em>Hass im Netz: Was wir gegen Hetze, Mobbing und Lügen tun können</em></a></li>
<li>Brodnig, I. (2021).<br />
<a href="https://www.brandstaetterverlag.com/buch/luegen-im-netz/" target="_blank" rel="noopener"><em>Lügen im Netz</em></a></li>
<li>Mannberg, A., Jansson, F., &amp; Pettersson, T. (2018).<a href="https://www.researchgate.net/publication/328891294_Keeping_up_with_Jeremy_Jones_Positional_preferences_and_risky_terrain_choices" target="_blank" rel="noopener"><br />
Keeping up with Jeremy Jones: Positional preferences and risky terrain choices</a></li>
<li>Plattner, P., &amp; Würtl, W. (2016).<a href="https://www.bergundsteigen.com/magazinartikel/wieder-nichts-gelernt-2/" target="_blank" rel="noopener"><br />
Wieder nichts gelernt</a><br />
<em>bergundsteigen</em>, Nr. 95 (Sommer 2016).</li>
<li>Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit. (2024).<a href="https://alpinesicherheit.at/analyseberg-sommer-2024/" target="_blank" rel="noopener"><br />
<em>analyse:berg – Sommer 2024</em></a></li>
<li>Daurer, R. (2024).<a href="https://alpin.online/strafrechtliche-grenzen-bei-einem-shitstorm/" target="_blank" rel="noopener"><br />
Strafrechtliche Grenzen bei Shitstorms – OGH-Urteil, Haftung &amp; rechtliche Risiken beim Teilen<br />
(Interview mit Dr. Kerschbaumer)</a></li>
<li>Interview mit Markus Thaler. (2024).<br />
Das alpine Notfallgeschehen aus der Sicht eines Flugrettungsarztes.<br />
In<a href="https://alpinesicherheit.at/analyseberg-sommer-2024/" target="_blank" rel="noopener"><em> analyse:berg – Sommer 2024</em></a><br />
Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit.</li>
</ul>
	</div>
</div>




			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/bergundsteigen-2025-erklaeren-statt-belehren-der-alpinunfall-in-den-sozialen-medien/">bergundsteigen 2025: Erklären statt belehren &#8211; der Alpinunfall in den Sozialen Medien</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vortrag: Lawinensymposium 2025 &#8222;Erklären statt belehren – der Alpinunfall in den Sozialen Medien&#8220;</title>
		<link>https://www.paulitrenkwalder.com/vortrag-lawinensymposium-2025-erklaeren-statt-belehren-der-alpinunfall-in-den-sozialen-medien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Riki]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2025 16:13:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Vortrag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.paulitrenkwalder.com/?p=1770</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/vortrag-lawinensymposium-2025-erklaeren-statt-belehren-der-alpinunfall-in-den-sozialen-medien/">Vortrag: Lawinensymposium 2025 &#8222;Erklären statt belehren – der Alpinunfall in den Sozialen Medien&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
		<div id="fws_698601a203b1d"  data-column-margin="none" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row  bottom_margin_120px bottom_margin_tablet_80px"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				<div id="titel" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h5><i>Vortrag und Beitrag für das <a href="https://lawinensymposium.naturfreunde.at" target="_blank" rel="noopener">Lawinensymposium Graz 2025</a></i></h5>
<div>
<h2><strong>Beim Lawinensymposium Graz 2025 habe ich gemeinsam mit Riki Daurer einen Vortrag zum Thema &#8222;Erklären statt belehren – der Alpinunfall in den Sozialen Medien&#8220; gehalten. Der gesamte Beitrag und ein Link zum Tagungsband anbei. </strong></h2>
</div>
	</div>
</div>



<div class="divider-wrap" data-alignment="default"><div style="height: 15px;" class="divider"></div></div>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h6><strong><span lang="DE">Beitrag &amp; Vortrag: </span></strong><span lang="DE">Pauli Trenkwalder, Riki Daurer</span></h6>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div><div id="intro" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h3>Warum die Fehlerkultur am Berg und im Netz so unterschiedlich ist – und was wir daraus lernen können</h3>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
		<div id="fws_698601a205736"  data-column-margin="default" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>„Fehlerkultur ist nicht nur eine Frage des Lernens, sondern auch des Umgangs miteinander.“  </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<section id="einleitung">Frühmorgens am Grat. Zwei Bergsteiger*innen steigen vorsichtig über festen Firn und griffigen Fels. Stirnlampen werfen tanzende Kegel in die Dunkelheit, der Wind ist kalt, der Himmel verspricht einen klaren Tag. Jeder Schritt ist durchdacht, jeder Griff bewusst. Es herrscht Ruhe – aber auch Konzentration, Verantwortung, Vertrauen. Und vor allem eines: Freiheit.Diese Momente am Berg bedeuten für viele mehr als nur Sport. Sie sind Ausdruck von Selbstbestimmung, von Lebensphilosophie. Entscheidungen sind nicht immer eindeutig – aber getragen von Erfahrung, Intuition, Absprache. Freiheit, Vertrauen, Verantwortung – das sind hier nicht bloß Worte, sondern gelebte Werte.Und dann passiert ein Unfall. Ein falscher Tritt, ein Steinschlag, eine Fehleinschätzung – oder einfach Pech. Die Seilschaft gerät in Not. Einer wird verletzt, der Rettungshubschrauber kommt, der Tag endet im Krankenhaus statt am Gipfel.</p>
<p>Wie vor kurzem an einem bekannten Ostalpengipfel: Zwei gut vorbereitete Alpinist*innen geraten in einem steilen Schneefeld ins Rutschen. Der Unfall geht glimpflich aus – doch die Geschichte macht im Netz die Runde. Keine 24 Stunden später: Dutzende Kommentare, Hunderte Likes, klare Urteile. „Die sollen das selber zahlen.“ – „Wer so was macht, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere.“ – „Unbelehrbar!“ – „Fahrlässig.“</p>
<p>Und während die beiden Bergsteiger*innen noch versuchen zu verstehen, was passiert ist, wird im digitalen Raum bereits geurteilt – noch lange bevor ein Gutachten erstellt ist und ein Gericht ein Urteil fällen wird. Plötzlich sind die Werte, die wir am Berg so hochhalten, wie weggeblasen. Aus Freiheit wird Kontrolle. Aus Vertrauen Misstrauen. Aus Verantwortung Schuldzuweisung.</p>
<p>Was passiert da mit uns? Warum fällt es uns im Netz so schwer, empathisch und lernbereit zu bleiben, wenn etwas schiefläuft?</p>
<p>Diese Überlegungen führen zu einer zentralen Frage im Umgang mit sozialen Medien: Können wir online wirklich aus den Fehlern anderer lernen? Oder brauchen wir dafür zuerst eine andere Haltung im Umgang mit Fehlern – online wie offline?</p>
</section>
<section id="realitaet-sozialer-medien">
<h2>Die Realität sozialer Medien</h2>
<p>Kehren wir zu dem oben geschilderten Unfall in den Ostalpen zurück, der innerhalb kürzester Zeit viele Darstellungen im Netz und zig-fache Kommentare ausgelöst hat. Gepostet wurde dieser Unfall von vielen: von alpinen Organisationen, die an der Rettung beteiligt waren, von einem Medium, das darüber berichtete, und auch von Privatpersonen – die diese Postings teilten und mit ihrem Kommentar und ihrer Bewertung versahen.</p>
<p>Wer den Post mit welcher Motivation erstellt, ist dabei sowohl dem Portal, auf dem das Posting veröffentlicht wird, als auch den lesenden User*innen egal. Beide – also Portal und User*innen – nehmen diesen Inhalt und verschaffen ihm im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten Reichweite. Das Portal durch seinen Algorithmus, die User*innen durch Kommentar, Likes, Emojis oder das reine Betrachten der Meldung. Dabei stoßen Welten aufeinander: die alpine Realität, zu der unvorhergesehene Ereignisse, schlechte Entscheidungen oder einfach Pech dazugehören, und eine gänzlich anders gelagerte – bzw. fehlende – Fehlerkultur in den sozialen Medien. In vielen Fällen kommt es dadurch zu einer – nicht immer beabsichtigten – Moralisierung und Verurteilung von Opfern bzw. deren Angehörigen sowie zur Verbreitung von ungewollten Botschaften.</p>
<p>Im Folgenden wird zum einen dargestellt, warum das Thema „Alpinunfälle“ bei User*innen und Leser*innen so bliebt ist und nicht nur gern gelesen, sondern auch kommentiert bzw. emotionalisiert wird, und wie ambivalente Narrative und Motive dies befördern. Zum anderen wird aufgezeigt, wie die Mechanismen der Portale diese Dynamik zusätzlich begünstigen.</p>
<section id="ambivalente-narrative">
<h3>Ambivalente Narrative befördern das Kommentieren von Unfällen</h3>
<h4>Motivation hinter dem Post vs. Botschaft der Nachricht<br />
Autor*in vs. Community</h4>
<p>Ein vermeintlich gut gemeinter Unfallpost (Motivation: Damit andere daraus lernen) wird schnell zum Auslöser eines Shitstorms gegen Opfer oder deren Angehörige. Denn mit dem Posten eines Unfallberichts lädt man die Community zur Bewertung ein, die wiederum die finale Botschaft kreiert – durch Folgekommunikation. Der vermeintliche Autor wird seiner Position enthoben und die ursprünglichen Leser*innen des Posts werden durch ihre Kommentare zum neuen Autor, dem Produser, und verleihen dem Post eine neue, oft unerwünschte Bedeutung.</p>
<p>Umgekehrt kann ein bewusst medial inszenierter Unfallbeitrag bei den Leser*innen als „gut gemeinte“, zuverlässige Information ankommen – dahinter steckt aber das harte Kalkül einer Marketing-Rechnung: mehr Klicks, mehr Werbeeinnahmen.</p>
<h4>„Die Geister, die wir riefen“ vs. „Die Bergsteiger*innen, die wir nicht wollen“<br />
Versicherung vs. Vollkaskomentalität</h4>
<p>Viele von uns leben vom „alpinen“ Tourismus – in direkter oder indirekter Weise. Wir befördern den Bergtourismus durch die Vermarktung der Alpen – zuzüglich notwendiger Versicherung, Unterkünften und Touren. Auch in den sozialen Medien.</p>
<p>Doch der Unfall scheint in diesem Zusammenhang keinen Platz zu haben und die Verunfallten werden zu Unerwünschten, zu den anderen. Sie symbolisieren die Seite der Berge, die in den Hochglanzprospekten keinen Platz hat – die gefährliche, risikobehaftete, die praktischen allen alpinen Unternehmungen innewohnt. Und so entsteht die skurrile Situation, dass auf der einen Seite der Abschluss von Versicherungen für Bergungskosten angepriesen wird und auf der anderen Seite werden die vernadert, die diese auch beanspruchen.</p>
<h4>Laien vs. Expert*innen<br />
Wir &amp; die anderen</h4>
<p>Die perfekte Pulverabfahrt bei Lawinenwarnstufe 3, der Aufruf zum „Spaß im Schnee“ steht neben der Warnung, bitte an demselben Tag ja nicht ins freie Gelände zu gehen. Die einen (Spaß) sind Expert*innen, alle anderen – gehen sie doch raus und es passiert etwas – anscheinend fahrlässig unterwegs.</p>
<h4>Fahrlässigkeit vs. Schicksalsschlag<br />
Rettung vs. Gefahr</h4>
<p>Doch wer entscheidet, ob fahrlässig gehandelt wurde? Leider sehr oft und sehr schnell die Community. Dazu eingeladen durch die sozial-mediale Aufbereitung von Unfällen. Für mehr Reaktionen werden diese – leider zunehmend auch von traditionellen Medien – mit für den Vorfall irrelevanten Informationen wie die Nationalität der Betroffenen versehen. Passiert derselbe Unfall hingegen Einheimischen oder Bergführer*innen, wird in der Berichterstattung eher von einer Naturgewalt oder einem unvorhersehbaren Ereignis gesprochen. Für bestimmte Communitys ist das ein gefundenes Fressen – es bestätigt ihr Denken innerhalb der eigenen Filterblase.</p>
<p>In dieser Argumentationskette findet man auch immer Kommentare, die auf die vermeintliche Gefährdung der Retter*innen hinweisen, die durch die Fahrlässigkeit anderer Personen entsteht. Doch Rettungsorganisationen distanzieren sich klar: Auch wenn ein Restrisiko besteht, hat die Sicherheit der Einsatzkräfte selbstverständlich oberste Priorität.</p>
<h4>Sensibilisieren vs. Rage Bait<br />
Unfallbericht vs. Lösen des Alpinkrimis</h4>
<p>Ein Einsatz im Mai 2025: Ein Verunfallter wird am Klettersteig Donnerkogel-Himmelsleiter gerettet. Während die ARA Flugrettung über den Einsatz an sich berichtet, nüchtern und knapp, und lediglich einen Kommentar dafür erhält, wird an andere(n) Stellen derselbe Unfall mit Informationen zur Nationalität der verunfallten Person und ersten Beurteilungen gepostet. Die Ausbeute: 183 meist negative Kommentare.</p>
<p>Während die einen, oft Bergrettungsorganisationen, Unfälle für ihre Öffentlichkeitsarbeit posten, die Motivation meist klar und die Kommunikationsregeln transparent sind, ergänzen andere den Titel um reißerische Details. Das Ziel: mehr Klicks.</p>
<p>Die Konsequenzen aus diesen unterschiedlichen Beweggründen sind jedoch dieselben: Man lädt die Community zum Mitdiskutieren und Lösen eines „Alpinkrimis“ ein und geriert sich somit als Wächter*in, der*die über die Einhaltung der Moral beim Bergsteigen wacht.</p>
<h4>Mutmaßungen vs. Faktenwissen</h4>
<p>Mutmaßungen sind von Fakten nicht immer ad hoc von jedem zu unterscheiden – gerade in den sozialen Medien. Und so werden gerne den sofort geposteten Unfallberichten und Beurteilungen geglaubt. Dass eine professionelle Aufarbeitung und Bewertung von Alpinunfälle Zeit braucht, wissen viele nicht.</p>
<h4>Fremdzweck vs. Eigennutzen</h4>
<p>Den gerne genannten altruistische Ansatz, einen Unfall zu posten, damit andere lernen, soll kritisch gesehen werden – v. a. bei Privatpersonen. Poste ich einen Unfall wirklich nur, damit andere etwas daraus lernen können? Oder eignet sich ein Unfall nicht hervorragend, um mich selbst als vermeintliche*n Experten*in zu positionieren? Auf Kosten anderer.</p>
<p>Einen Denkanstoß dazu bietet die Studie zu „Positional Preferences“ von Andrea Mannberg, die sich zwar primär darauf bezieht, wie soziale Vergleiche das Risikoverhalten von Skitourengehern im freien Gelände beeinflussen, aber gut auf die hier dargestellte Thematik übertragbar ist. Mannberg beschreibt die Tendenz von Individuen, ihren eigenen Status oder Nutzen im Vergleich zu anderen zu bewerten. Der Alpinunfall in den sozialen Medien eignet sich dafür hervorragend – ich bin besser, weil mir passiert das nicht.</p>
<h4>Vermeintliche Anonymität vs. juristische Verantwortung</h4>
<p>Vermeintlich anonym und geschützt wähnt sich manche*r User*in unter dem Schutzmantel der Community. So überschreitet man fröhlich und öffentlich ethisch und juristisch Grenzen mit Posts, Likes oder Kommentaren. Dass man dabei aber juristischer und natürlich auch journalistischer Verantwortung unterliegt, ist man sich hier nicht bewusst. Und so war es für viele überraschend, als 2024 das erste Mal ein Teilnehmer eines Shitstorms verurteilt wurde (mehr dazu <a href="https://alpin.online/strafrechtliche-grenzen-bei-einem-shitstorm/" target="_blank" rel="noopener">https://alpin.online/strafrechtliche-grenzen-bei-einem-shitstorm/</a>).</p>
</section>
<section id="portale-verstaerken">
<h3>Die sozialen Medien verstärken diese ambivalenten Narrative</h3>
<p>Ambivalente Bilder wirken im Netz besonders stark auf die Dynamik von Kommentaren, weil sie Interpretationsspielräume öffnen und emotionale Reaktionen aktivieren. Das beeinflusst, wie Menschen reagieren, kommentieren und urteilen.</p>
<p>All diese ambivalenten Narrative und die daraus resultierende Folgekommunikation drehen die sozial-mediale Entrüstungs-Spirale weiter bzw. erlauben der Community, die Spirale weiterzudrehen. Folgende Wirkmechanismen der sozialen Medien verstärken dies noch zusätzlich:</p>
<ul>
<li><strong>Soziale Medien sind Wirtschaftsunternehmen:</strong> Alle Portale haben eine Zielsetzung: möglichst hohe Nutzung und Interaktion – damit verdienen sie Geld. Algorithmen verstärken diesen Mechanismus.</li>
<li><strong>Portale übernehmen keine journalistische Verantwortung:</strong> Ein Portal ist rechtlich kein Medieninhaber. Es zählt Interaktion statt Einordnung, Emotionalisierung statt Kontextualisierung.</li>
<li><strong>Kollektives Gatekeeping:</strong> Die Community übernimmt die redaktionelle Auswahl – Likes, Shares und Kommentare bestimmen Sichtbarkeit; Algorithmen verstärken.</li>
<li><strong>Aufbau der Posts (Visual Framing):</strong> Bilder dominieren die Wahrnehmung; die Caption wird oft nur gekürzt wahrgenommen.</li>
<li><strong>Kommentar-Dominanz &amp; De-Kontextualisierung:</strong> Folgekommunikation wird wichtiger als der Ursprungspost; geteilte Inhalte verändern im neuen Kontext ihre Bedeutung.</li>
<li><strong>Filterblasen &amp; Confirmation Bias:</strong> Menschen suchen Bestätigung ihrer Überzeugungen; Algorithmen befeuern dies.</li>
<li><strong>Illusory Truth Effect:</strong> Wiederholungen wirken wahrer – algorithmische Wiederholung verstärkt vermeintliche Fakten.</li>
<li><strong>Negativity Bias:</strong> Negative Inhalte erzeugen stärkere Reaktionen und damit mehr Reichweite – unabhängig von Qualität.</li>
<li><strong>Bandwagon-Effekt &amp; Social Proof:</strong> Mehrheitsmeinungen gelten als „richtig“; Reaktionen werden zum Relevanzmaßstab.</li>
<li><strong>First-Mover Advantage &amp; Sofortismus:</strong> Wer zuerst postet, gewinnt Sichtbarkeit – Qualität zweitrangig.</li>
<li><strong>Quantität vor Qualität:</strong> Interaktionen zählen mehr als fachliche Tiefe.</li>
</ul>
</section>
<section id="konsequenzen">
<h3>Die Konsequenzen im analogen Leben</h3>
<p>Aus den genannten ambivalenten Narrativen, bestärkt durch Algorithmen, werden im Netz oft unvollständige oder unwahre Informationen übermittelt. Diese lassen Leser*innen Spielraum zu bewerten und laden zum Kommentieren ein.</p>
<p>Verunfallte oder deren Angehörige werden be- und verurteilt – ohne jegliche Grundlage. User*innen überschreiten ethische und juristische Grenzen mit Sätzen, die man Betroffenen wahrscheinlich so nie direkt sagen würde. Sie werden an den Pranger gestellt und beschuldigt – nicht nur sich selbst, sondern auch andere zu gefährden. Dieses Verhalten hat nicht nur belastenden Auswirkungen auf die Betroffenen, sondern manchmal sogar juristische Konsequenzen.</p>
<blockquote><p>
„Jeder, der sich an einem Shitstorm beteiligt, haftet dem Opfer gegenüber persönlich – unabhängig davon, wer den Post als Erster ins Netz gestellt hat.“ (…)</p>
<footer>„Strafrechtliche Grenzen bei Shitstorms – OGH-Urteil, Haftung &amp; rechtliche Risiken beim Teilen – Interview mit Dr. Kerschbaumer“ auf <a href="https://alpin.online/strafrechtliche-grenzen-bei-einem-shitstorm" target="_blank" rel="noopener">alpin.online</a></footer>
</blockquote>
<blockquote><p>
„[D]ie Menschen sind sich gar nicht darüber bewusst, dass sie juristisch als Einzelperson dastehen und verstecken sich einfach hinter der Masse.“</p>
<footer>ebd.</footer>
</blockquote>
</section>
<section id="motive-ideen">
<h3>Eine gute Idee: Sich der eigenen Motive bewusst werden</h3>
<p>Bevor ein Post zu einem Unfall abgesetzt wird oder ein entsprechender Post kommentiert wird, ist es eine gute Idee, sich über die eigenen Motive klarzuwerden. Was will man damit erreichen und kann man das gewünschte Ziel mit einem Post überhaupt erreichen? Besteht die Gefahr unerwünschter Botschaften, Folgekommunikation oder juristischer Konsequenzen? Dies gilt für Vereine und Organisationen gleichermaßen wie für traditionelle Medien und private User*innen.</p>
<p>Wenn man postet, sollte man auf Vollständigkeit, Wahrheit und Relevanz achten. Je vollständiger und eindeutig zuordenbar Informationen sind und je weniger Spielraum sie dem Leser und der Community für Mutmaßungen lassen, desto seltener wird auch eine unerwünschte Folgekommunikation stattfinden.</p>
<p>Ein Faktencheck hat somit oberste Priorität – online gestellt wird nur, was auch zu hundert Prozent verifiziert ist. Sind zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht alle Fakten gesichert, können die Leser*innen darüber informiert werden – oder man sieht davon ab, das Posting zu diesem Zeitpunkt abzusetzen.</p>
<p>Hierzu gehört auch die Transparenz hinsichtlich der Motivation des Postens. Denn auch in diesem Punkt kann fehlende Information zu falschen Mutmaßungen und Anschuldigungen führen.</p>
<p>All dies kann in einem entsprechenden Entscheidungsbaum definiert werden – ein Modell dazu findet man in dem Beitrag „Der Alpinunfall in den sozialen Medien“ in analyse:berg, online nachzulesen unter: <a href="https://alpinesicherheit.at/alpinunfall-soziale-medien/" target="_blank" rel="noopener">https://alpinesicherheit.at/alpinunfall-soziale-medien/</a></p>
</section>
</section>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>„Wir merken aber, dass soziale Medien eine gewisse Rolle spielen. Heute wird jeder, der mit Sandalen am Klettersteig unterwegs ist, der Gefahr erliegen, dass er gefilmt wird und das Video viral geht.“ </p><span class="wrap"><span>Markus Thaler (Anästhesist &amp; Flugrettungsarzt), analyse:berg Sommer 2024</span></span></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<section id="realitaet-sozialer-medien">
<section id="motive-ideen">
<h2>Psychologische Betrachtungen</h2>
</section>
</section>
<section id="psychologie">Zur Orientierung: zurück zum inneren Wertekompass, der für so viele Bergsteiger*innen gilt:</p>
<section id="freiheit">
<h3>Freiheit / Unabhängigkeit</h3>
<p>Für viele ist das Bergsteigen ein Gegenpol zum Alltag, zur Taktung, zu Regeln und Konventionen. Am Berg sind sie selbstbestimmt, weg vom Lärm, weg vom System.</p>
<p><strong>Typische Aussagen:</strong></p>
<ul>
<li>„Da oben bestimme ich selbst.“</li>
<li>„Niemand schreibt mir vor, welchen Weg ich gehen muss.“</li>
<li>„Freiheit ist für mich, wenn ich mit Ski auf einen Gipfel gehe.“</li>
</ul>
<p><em>Psychologisch betrachtet:</em> Das Bedürfnis nach Autonomie ist ein Grundbedürfnis (Deci &amp; Ryan), das sich beim Bergsteigen sehr direkt erfüllt.</p>
</section>
<section id="vertrauen">
<h3>Vertrauen / Verlässlichkeit (vor allem im Team)</h3>
<p>In Seilschaften zählt, dass man sich aufeinander verlassen kann. Vertrauen in den* Partner*Partnerin, in das Material, in den eigenen Körper.</p>
<p><strong>Typische Aussagen:</strong></p>
<ul>
<li>„Ich gehe nur mit Leuten, denen ich wirklich vertraue.“</li>
<li>„Am Berg zeigt sich, wie jemand wirklich tickt.“</li>
<li>„Wir haben uns wortlos verstanden, das ist Gold wert.“</li>
</ul>
<p><em>Psychologisch betrachtet:</em> Vertrauen ist ein zentraler Pfeiler sozialer Sicherheit – und in hochriskanten Umgebungen überlebenswichtig. Außerdem stärkt Vertrauen das Kohärenzgefühl, also das tiefe Vertrauen, dass das Leben einen Sinn hat, dass Herausforderungen verstehbar sind und dass man ihnen gewachsen ist (Antonovsky). Dies ist bei Bergmenschen stark ausgeprägt.</p>
</section>
<section id="verantwortung">
<h3>Verantwortung</h3>
<p>Verantwortung für sich selbst, für andere, für die Natur. Viele Bergsteiger*innen tragen dieses Verantwortungsbewusstsein sehr bewusst – auch in der Abwägung von Risiko.</p>
<p><strong>Typische Aussagen:</strong></p>
<ul>
<li>„Ich entscheide selbst, aber ich trage auch die Konsequenzen.“</li>
<li>„Ich will niemanden gefährden.“</li>
<li>„Es geht nicht nur um den Gipfel, sondern auch ums Wieder-Runterkommen.“</li>
</ul>
<p><em>Psychologisch betrachtet:</em> Hier wirkt das Konzept der Selbstwirksamkeit (Bandura) mit – also das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Herausforderungen aktiv zu gestalten. Verantwortung zu übernehmen gibt Sinn und stärkt das Selbstbild.</p>
<p>Natürlich könnte man noch andere starke Werte nennen – z. B. Erlebnis, Naturverbundenheit, Demut, Grenzerfahrung oder Gemeinschaft – je nach Subgruppe. Aber Freiheit, Vertrauen und Verantwortung bilden für mich die solide Basis.</p>
</section>
<section id="umkehr-werte">
<h3>Die Werte, die Menschen am Berg als grundlegend erleben, scheinen im digitalen Raum plötzlich zu verschwinden oder sogar ins Gegenteil verkehrt zu werden:</h3>
<h4>Freiheit wird ersetzt durch Urteil / Kontrolle</h4>
<p>Am Berg bedeutet Freiheit: Ich entscheide selbst, ich gehe meinen Weg. Online jedoch – besonders nach Unfällen – kippt das oft in: „Wie konnte man nur so etwas tun?“ „Selbst schuld – bei Lawinenwarnstufe 4 geht man halt nicht raus.“</p>
<p><em>Was passiert?</em> Die Freiheit des*der Einzelnen wird im Nachhinein kollektiv bewertet. Es entsteht ein Kontrollreflex: Menschen wollen Risiko rationalisieren, kategorisieren, um sich selbst sicherer zu fühlen. Psychologisch ist das eine Schutzstrategie gegen das Gefühl von Kontrollverlust – nach dem Motto: Wenn ich weiß, was der*die falsch gemacht hat, kann mir das nicht passieren.</p>
<h4>Vertrauen wird ersetzt durch Misstrauen / Schuldzuweisung</h4>
<p>Im Gelände ist Vertrauen zentral – in den*die Partner*in, in Entscheidungen, in gemeinsame Verantwortung.</p>
<p>Online: „Hat er seine Partnerin da reingezogen?“ „Wurde da überhaupt ordentlich geplant?“</p>
<p><em>Was passiert?</em> Der Vertrauensraum „Seilschaft“ wird durch einen öffentlichen Gerichtssaal ersetzt. Besonders tragisch: Der Unfall zerstört nicht nur Leben, sondern oft auch nachträglich Beziehungen durch öffentliches Misstrauen. Psychologisch gesprochen: In der Anonymität der Kommentarspalten fehlt die soziale Einbettung, es dominiert das Bedürfnis nach kognitiver Kohärenz: Jemand muss schuld sein.</p>
<h4>Verantwortung wird ersetzt durch Schuld / Moralisierung</h4>
<p>Am Berg heißt Verantwortung: Ich bin mir der Risiken bewusst und trage die Konsequenzen.</p>
<p>Online wird daraus oft: „Völlig verantwortungslos, bei dem Wetter rauszugehen!“ „Solche Leute gefährden auch die Bergrettung!“</p>
<p><em>Was passiert?</em> Es entsteht eine Moralisierung von Risiko. Verantwortung – die am Berg hoch geschätzt wird – wird im digitalen Raum zum Vorwurf. Der Unterschied ist subtil, aber tiefgreifend: Verantwortung ist aktiv, selbstbewusst, bewusst getragen. Schuld ist passiv, rückwirkend, beschämend.</p>
<h4>Warum diese Umkehr?</h4>
<ol>
<li><strong>Emotionale Entlastung:</strong> Menschen wollen sich nach einem Unfall abgrenzen – emotional, moralisch, rational. „Ich bin anders, ich würde so was nicht tun.“ Das gibt Sicherheit, aber kostet Empathie.</li>
<li><strong>Digitale Disinhibition (Hemmungslosigkeit im Netz):</strong> Online fehlt oft der soziale Korrektiv-Rahmen. Der Blickkontakt, das Mitfühlen, die Zwischentöne fehlen. Das befeuert Urteile.</li>
<li><strong>Kognitive Vereinfachung komplexer Realität:</strong> Unfälle sind meist Ergebnis vieler Faktoren. Online will man schnelle Erklärungen, einfache Schuldige, klare Narrative.</li>
</ol>
</section>
<section id="warum-urteilen">
<h3>Warum wir so schnell urteilen</h3>
<p>Aus psychologischer Sicht ist das Verständnis für Fehler alles andere als trivial. Wer andere belehrt, stellt sich über sie. Damit verletzt er oft ein zentrales menschliches Grundbedürfnis: das nach Autonomie. In der Selbstbestimmungstheorie der US-Psychologen Edward Deci und Richard Ryan gilt Autonomie als eine der drei Grundvoraussetzungen für intrinsisch motiviertes Lernen. Wird dieses Bedürfnis untergraben, etwa durch bevormundende oder überlegene Kommunikation, reagieren Menschen häufig mit innerem Widerstand. Selbst gut gemeinte Hinweise werden dann abgelehnt – nicht, weil sie inhaltlich falsch sind, sondern weil sie als Angriff auf die eigene Entscheidungsfreiheit empfunden werden. Das erzeugt Hierarchien: „Ich weiß es besser als du.“ Beim Gegenüber löst das oft Scham, Trotz oder Abwehr aus. In der Psychologie spricht man hier vom sogenannten Reaktanz-Effekt: Menschen reagieren mit innerem Widerstand, wenn sie sich bevormundet fühlen – selbst dann, wenn der Rat eigentlich sinnvoll wäre.</p>
<p>Ein typischer Satz wie „Bei Lawinenwarnstufe 3 geht man dort halt nicht rauf“ mag sachlich korrekt sein. Aber er blendet aus, dass solche Entscheidungen in Echtzeit, mit unvollständigen Informationen, unter Druck oder in komplexen Dynamiken getroffen werden. Im Nachhinein zu urteilen ist leicht – hilfreich ist es selten.</p>
</section>
<section id="erklaeren-statt-belehren">
<h3>Belehrung grenzt aus – Erklären öffnet Dialog</h3>
<p>Wenn wir möchten, dass Menschen aus Fehlern lernen, brauchen wir eine andere Haltung. Eine, die erklärt, statt zu belehren.</p>
<p><strong>Erklären</strong> bedeutet: Wir begegnen uns auf Augenhöhe. Statt zu fragen „Warum haben Sie das gemacht?“, könnten wir fragen: „Welche Faktoren könnten hier eine Rolle gespielt haben?“</p>
<p><strong>Ein Beispiel:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Belehrend:</strong> „Wer bei Stufe 3 diesen Hang einspurt, ist selbst schuld.“</li>
<li><strong>Erklärend:</strong> „Viele Unfälle passieren bei Stufe 3, weil die Bedingungen trügerisch sind. Wie kann man das besser einschätzen?“</li>
</ul>
<p>So entsteht ein Lernraum. Menschen, die einen Fehler gemacht haben, wissen das oft selbst. Doch genau in diesem Moment sind sie besonders verletzlich. Scham- und Schuldgefühle können, wie die US-amerikanische Forscherin Brené Brown zeigt, das Lernen blockieren. Wenn sich jemand beschämt oder moralisch entwertet fühlt, schließt sich oft der innere Zugang zur Reflexion. Deshalb brauchen wir sogenannte „sichere Lernräume“ – Umgebungen, in denen Fehler nicht mit Bloßstellung, sondern mit Verständnis beantwortet werden. Nur so entsteht die Offenheit, aus Erlebtem tatsächlich etwas mitzunehmen. Die zentrale Frage ist nicht: Wer ist schuld? Sondern: Was können wir alle daraus mitnehmen?</p>
</section>
<section id="digitale-dynamiken">
<h3>Digitale Dynamiken: Wenn aus Verantwortung Schuld wird</h3>
<p>In sozialen Netzwerken zeigt sich ein besonderer Mechanismus: Psychologisch betrachtet spricht man vom sogenannten <em>Digital Disinhibition Effect</em> (John Suler). Er beschreibt die Enthemmung, die viele Menschen in digitalen Räumen erleben. Ohne Blickkontakt, ohne unmittelbare Rückmeldung durch Mimik oder Körpersprache und oft anonym, verlieren viele die natürlichen sozialen Filter. Kommentare werden härter, Zuschreibungen extremer, Urteile schneller. Die fehlende soziale Nähe senkt die Schwelle für Moralisierung und öffentliche Anklage – gerade dann, wenn ein Thema emotional aufgeladen ist wie ein Bergunfall. Die Kommunikation verändert sich. Aus Verantwortung wird Schuld, aus Vertrauen Misstrauen, aus Freiheit wird das Nachrechnen von Fehlern.</p>
<p>Online-Kommentare sind schnell, hart, urteilsfreudig. Die sozialen Korrektive, die wir am Berg intuitiv beachten – Respekt, Zwischentöne, das gemeinsame Risiko – fehlen in der Anonymität des Netzes. Die Folge: Statt kollektivem Lernen entsteht eine Tribunalkultur. Besonders tragisch ist das für jene, die betroffen sind: Angehörige, Kamerad*innen, Retter*innen. Eine kritische Reflexion wird so unmöglich gemacht.</p>
</section>
<section id="fehlerkultur-haltung">
<h3>Fehlerkultur als eine Frage der Haltung</h3>
<p>Fehlerkultur beginnt nicht mit Fakten, sondern mit Haltung. Denn Lernen geschieht nur dort, wo psychologische Sicherheit besteht – ein Konzept, das von der Organisationspsychologin Amy Edmondson geprägt wurde. Es beschreibt ein Klima, in dem Menschen sich trauen, Fragen zu stellen, Zweifel zu äußern und auch Fehler einzugestehen, ohne negative soziale Konsequenzen befürchten zu müssen. Gerade in risikobehafteten Kontexten wie dem Bergsport ist diese Sicherheit zentral: Nur wer sich sicher fühlt, reflektiert ehrlich und lernt nachhaltig.</p>
<p>Wenn wir als Bergcommunity – egal ob als Expert*innen, Autor*innen oder Kommentierende – möchten, dass aus Unfällen gelernt wird, dann brauchen wir eine Sprache, die erläutert statt bloßzustellen. Eine Kommunikation, die fragt statt urteilt. Eine Fehlerkultur, die die Würde der Beteiligten wahrt und gleichzeitig das Lernen fördert.</p>
<p>Denn: Wer belehrt, schafft Distanz. Wer erklärt, schafft Verständnis. Und nur wer versteht, kann lernen.</p>
</section>
</section>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>„Soziale Medien sind wie ein überdimensionierter Stammtisch, wo jeder über alles erzählt und alle zuhören. Unterschied ist die fehlende soziale Kontrolle durch direkte Interaktion.“  </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h2>Warum wir das gemeinsam schreiben</h2>
<p>Wir – Riki Daurer und Pauli Trenkwalder – beschäftigen uns beide seit Jahren mit dem, was am Berg passiert. Riki aus der Perspektive der Medien und digitalen Kommunikation, Pauli als Psychologe und Bergführer. Was uns verbindet, ist nicht nur „das Draußensein“, sondern auch die gemeinsame Irritation darüber, wie im Netz über Bergunfälle gesprochen wird. Schnell wird geurteilt, bewertet, moralisiert – oft ohne Kontext, dafür mit viel Meinung. Manche Kommentare sind schwer auszuhalten.</p>
<p>Gerade deshalb finden wir unsere Zusammenarbeit bereichernd. Wir bringen unterschiedliche Zugänge ein, fragen einander, ordnen gemeinsam ein und unterstützen uns darin, digitale Dynamiken und Motivationen besser zu verstehen. Und wir wollen verbinden – Themen, Professionen und Expertisen: Pauli ist Bergführer und somit professioneller Alpinist, Riki Hobby-Bergsteigerin – was eigentlich egal ist, nur im Falle eines Unfalls doch auch zu unterschiedlichen Bewertungen führt. Riki beschäftigt sich hauptberufliche mit digitalen Medien, mit technischen und operativen Abläufen und Online-Phänomenen. Pauli ist als Psychologe primär analog unterwegs. Für Phänomene, die im Netz oft den sozialen Medien als Einzigartigkeit oder Merkmal zugeordnet wird, findet Pauli das Pendant in der Allgemeinen Psychologie.</p>
<p>Diese Zusammenarbeit hat sich auch in der „Shitstorm Agency – Agentur für Fehler- &amp; Kommunikationskultur im Netz“ verdichtet. Ein Ort, an dem wir versuchen, das laute Netzverhalten verstehbar zu machen – ohne selbst laut zu werden.</p>
<p>Und wenn’s zu viel wird? Dann gehen wir raus. In die Berge. Dorthin, wo Respekt und Verantwortung mehr zählen als Klicks. Wir kultivieren unsere eigene Resilienz – nicht online, sondern im Gelände.</p>
<p>Ach ja – wir sind gerne auf sozialen Netzwerken aktiv. Wir posten, wir kommentieren. Und stellen uns immer wieder die Frage: Was tut mir gut? Und was macht mein Kommentar mit anderen?</p>
	</div>
</div>



<a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="https://lawinensymposium.naturfreunde.at" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zur Website des Lawinensymposiums</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a><a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="https://cms.naturfreunde.at/files/Uploads_BO/Lawinensymposium6_Tagungsband_2025_upload.pdf" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zum Tagungsband</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/vortrag-lawinensymposium-2025-erklaeren-statt-belehren-der-alpinunfall-in-den-sozialen-medien/">Vortrag: Lawinensymposium 2025 &#8222;Erklären statt belehren – der Alpinunfall in den Sozialen Medien&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Haltung am Berg. analyse:berg Winter 2024/25</title>
		<link>https://www.paulitrenkwalder.com/die-haltung-am-berg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronja]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Oct 2025 09:58:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.paulitrenkwalder.com/?p=1517</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/die-haltung-am-berg/">Die Haltung am Berg. analyse:berg Winter 2024/25</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
		<div id="fws_698601a208d7b"  data-column-margin="none" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row  bottom_margin_120px bottom_margin_tablet_80px"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				<div id="titel" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h5><em>Interview erschienen in <a href="https://alpinesicherheit.at/analyseberg-winter-2024-25/" target="_blank" rel="noopener">analyse:berg des ÖKAS Winter 2024/25</a></em></h5>
<div>
<h2>Der Südtiroler Pauli Trenkwalder ist seit Jahrzehnten Bergführer und Ausbilder. Ebenso lange ist er auch klinischer Psychologe. In seinem Arbeitsleben hat er es geschafft, seine beiden Professionen und Leidenschaften zu verbinden. Was ziemlich genial ist, denn er mag Menschen, bietet psychologische Beratungen im Rahmen von geführten Touren an und beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Entscheidungsfindung – auch im alpinen Kontext und wie man das in Ausbildungen schulen kann. Das vermittelt er auch in den Bergführerausbildungen verschiedener Länder.<span class="Apple-converted-space"> </span></h2>
</div>
	</div>
</div>



<div class="divider-wrap" data-alignment="default"><div style="height: 15px;" class="divider"></div></div>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h6><strong><span lang="DE">Im Gespräch: </span></strong><span lang="DE">Pauli Trenkwalder, </span><span lang="DE">Bergführer &amp; Psychologe<br />
</span><span lang="DE"><b>Interview: </b>Peter Plattner</span></h6>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div><div id="intro" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h3>Pauli ist auch ein stiller Mitarbeiter der analyse:berg Redaktion, denn wir tauschen uns mit ihm regelmäßig über alle alpinen „Psychothemen“ aus und diskutieren regelmäßig, ob und warum welcher Umstand zu einem Unfall geführt hat oder nicht. So dankbar wir Pauli für seine Expertise sind, so mühsam ist es ihn dazu zu bewegen etwas zu schreiben oder z.B. auch beim Alpinforum aufzutreten. „Das sollen andere machen, die das besser können“, hören wir dann. Das stimmt zwar nicht, aber gegen einen guten Psychologen zu argumentieren ist schwierig und so freuen wir uns, dass wir ihn zu diesem Interview überreden haben können. Wir haben Pauli gefragt, wie Menschen und Bergsteiger Entscheidungen treffen, wie sie mit Lawinen, Unfällen und Fehlern umgehen und was eine gute Führungshaltung ausmacht.</h3>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
		<div id="fws_698601a20aa03"  data-column-margin="default" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><strong><span lang="DE">Neben dem persönlichen Wissen, Können und der Erfahrung wird z. B. bei der Entscheidungsfindung und Beurteilung der Lawinengefahr regelmäßig auf die Bedeutung </span>von „human factors“ hingewiesen. Wie relevant sind diese Faktoren?</strong></p>
<p><span lang="DE">Ich bin froh, dass in den Ausbildungen schon früh erkannt wurde, dass diese „weichen“ Faktoren wichtig sind und diese auch mehr und mehr behandelt werden. Für eine gute Entscheidungsfindung braucht es beides: gutes Faktenwissen und Erfahrung sowie auch ein wenig psychologisches Hintergrundwissen, um einordnen zu können, wie ich selbst funktioniere, wie Menschen Entscheidungen treffen und wo es Fallen gibt. Das alleine reicht aber nicht aus, zusätzlich braucht man auch eine Unterstützung z. B. durch gute Ausbildung. Schließlich geht es darum zu lernen, wie man seine Entscheidungen und Ziele so gestalten und erreichen kann, dass sie individuell zu einem passen, dass sie z. B. der persönlichen Risikobereitschaft, respektive dem Sicherheitswunsch, entsprechen. Klarerweise müssen wir hier immer zwischen privatem Bergsteigen und geführten Touren unterscheiden.</span></p>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Im geführten Kontext haben Entscheidungen, die zu drastischen Konsequenzen führen, keinen Platz. </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><strong><span lang="DE">Aber die Lawinengefahr bleibt die gleiche …</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Ja, die Lawinengefahr ist die gleiche. Aber wenn ich für mich privat unterwegs bin, dann treffe ich meine Entscheidungen je nachdem, was ich mir zutraue und welches Risiko – auch ein höheres – ich eingehen möchte. Das kann und darf ich so entscheiden, auch wenn die Konsequenzen im Endeffekt ernster oder fatal sind. Im geführten Kontext haben solche drastischen Konsequenzen keinen Platz. Hier muss ich alles in die Waagschale werfen, um gute Entscheidungen im Sinne von „vorsichtig </span>unterwegs sein“ zu treffen. Das Hauptaugenmerk wird dabei natürlich auf das primäre Ziel, den Gipfel oder die Abfahrt, gelegt. Daneben schwingt aber auch – zumindest für mich – ein wichtiges Nebenziel mit, nämlich wieder heil unten anzukommen, damit die Menschen auch von ihrem Erlebnis berichten können.</p>
<p><strong><span lang="DE">In der letzten Ausgabe von analyse:berg haben wir uns die Unfälle im Führungskontext näher angesehen. Dabei haben wir festgestellt, dass die meisten dieser Unfälle nicht im Kontext mit seiltechnischen Herausforderungen – Gehen am kurzen Seil, Mitreiß- oder Abseilunfälle, etc. – passieren, sondern dass Berg- und Skiführer vor allem Probleme mit der Beurteilung der Lawinengefahr haben. Danach haben wir oft gehört, dass dafür der Druck der Gruppe vermutlich mitverantwortlich ist. Wie siehst du das?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Allein das Wort „Gruppendruck“ ist in Bergsteigerkreisen sehr bekannt, weil das jeder gleich einmal in den Mund nimmt. Aus meiner Erfahrung kann ich aber sagen, dass vor allem im Führungskontext Gruppendruck komplett überbewertet wird. In meiner Wahrnehmung findet dieser nicht statt. Es kann durchaus sein, dass in mir selbst als Führungsperson ein Druck stattfindet, der lautet: „Ich bin ein guter Bergführer, eine gute Bergführerin, wenn ich das Ziel erreiche, also von A nach B komme.“ Weniger aber, dass die Gruppe auf mich als Führungsperson einen Druck ausübt. Wenn ich frech bin, dann sage ich sogar, das wird oft als Ausrede benutzt. Im privaten Kontext kann man allerdings schon beobachten, dass sogenannte „Risikoschub-Phänomene“ stattfinden, wodurch die ganze Gruppe risikoreicher unterwegs ist. Im geführten Kontext sollten die Rollen aber klar verteilt und der Führungsperson bewusst sein, dass kein Druck auf ihr lastet oder auf sie ausgeübt wird, sondern dass der empfundene Druck Entscheidungen zu treffen, mit den Unsicherheiten in ihr selbst zu tun hat.</span></p>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Und es ist eben diese Frage ,Was hat das mit mir zu tun?‘ ,die mich als Psychologen interessiert. </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><strong><span lang="DE">Es gibt Unfälle, bei denen junge Berg- und Skiführer sehr exponiert und steil ins offensichtliche Lawinengelände gefahren sind. Mit oder ohne Druck stellt sich dabei die Frage der Notwendigkeit. Wie kannst du dir erklären, dass Personen mit hochwertigen, aufwändigen Ausbildungen sich in ein solches Gelände wagen oder glauben, sie müssten das tun, um ihre Kunden oder sich selber zufrieden zu stellen?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Die Antwort kann nur eine Spekulation sein und ich weiß nicht, ob man sich darauf einlassen soll. Meine Frage ist: Haben wir Bergführer und Bergführerinnen eigentlich Führungsprinzipien, die beinhalten, wie wir unsere Arbeit gestalten und wie wir im Gelände Entscheidungen treffen wollen? Statt „Führungsprinzipien“ könnte man auch „Führungshaltung“ sagen. Eine solche Haltung kann z. B. sein: „Ich bin ein guter Bergführer, wenn ich die steilste Rinne, bzw. den schönsten Berg oder die wildeste Tour führe.“ Wenn die Antwort auf die Frage, was eine gute Führung ist bzw. was einen guten Bergführer ausmacht, über die Schiene „wild, exponiert und gewagt“ läuft, so ist das nicht mein Ansatz. Ich sehe das nicht so.</span></p>
<p><strong><span lang="DE">Berufsgruppen, die in einem Risikoumfeld Verantwortung für andere Menschen übernehmen, haben sich eine solche Haltung, solche Prinzipien zu eigen gemacht und standardisiert. Sie werden so ausgebildet, dass sie nach einem bestimmten Mindset arbeiten und entscheiden. Implizierst du, dass es das bei Bergführern nicht gibt?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Ja, aber ich kann das nur aus meiner Perspektive und Wahrnehmung beurteilen. Von mir als Bergführer würde ich sagen, dass ich im Führungskontext oft sehr defensiv unterwegs bin. Es ist nicht  immer leicht, Entscheidungen zu treffen, die lauten: „Bis hier her und nicht weiter“ – und dann gehen 25 andere Leute weiter an dir vorbei. Dadurch kommt man leicht in ein Gefühl der Rechtfertigung und der Erklärung, obwohl die Kunden das meistens gar nicht brauchen. Es hat etwas mit einem selbst zu tun. Und es ist eben diese Frage „Was hat das mit mir zu tun?“, die mich als Psychologen interessiert. Beitragen zu können, dass diese Frage ein wichtiger Teilbereich in der Ausbildung ist, ist mir wichtig.</span></p>
<p><strong><span lang="DE">Und was erklärst du in einer solchen Situation deinen Kunden?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Tatsächlich hat es nicht nur mit Erklärung oder Erklärungsnot zu tun. Vielmehr geht es um die Haltung, wie ich meinen Führungsalltag lebe. Diese Haltung nehmen Menschen wahr. Das ist der Grund, warum manche Leute mit mir gehen und warum andere nicht mit mir gehen. Das ist eine Frage der Ausdifferenzierung. Mitteilen meint, transparent sein und seine Führungsprinzipien laut ansprechen. Ein Führungsprinzip kann z. B. – wie bereits erwähnt – sein, den Gipfel zu erreichen. Sollte sich aber das Wetter anders verhalten als die Prognose, sprich eine Front kommt früher als angekündigt, dann lautet mein Führungsprinzip: Nein, ich will mit meinen Gästen nicht im Whiteout und in der Kälte zum Gipfel gehen, auch nicht für eine Stunde. In einer solchen Situation kann ich zu dem Punkt kommen, wo ich durch ständiges Abchecken der Situation die Entscheidung treffe, dass wir den Gipfel nicht erreichen werden, dass wir umdrehen, dass wir dem Hintergrundziel „heil unten ankommen“ folgen. Für meine Kunden muss ich meine Entscheidung eben auch operationalisieren: Es reicht nicht zu sagen: „Wenn es kalt wird, drehen wir um.“ Sondern ich erläutere im Detail, dass ich oben am Grat die Kälte nicht einmal für eine Stunde gemeinsam mit ihnen aushalten möchte.</span></p>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Es geht um die Haltung, wie ich meinen Führungsalltag lebe. Diese Haltung nehmen Menschen wahr. </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><strong><span lang="DE">Wie vermittelt man diese Haltung in der Ausbildung?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Haltung hat immer auch mit Verhaltensänderung zu tun und das ist ein langer Prozess. Der erste  Schritt ist das Vorleben. Ich kann als Ausbilder nur weitergeben, wie ich selber die Welt sehe. Haltung hat schließlich immer etwas mit Werten zu tun. Es hängt also davon ab, wie ich für mich meinen Wertekompass ausrichte, wie ich mein Führen sehe.</span></p>
<p><strong><span lang="DE">In den Ausbildungen ist ein Argument, verschiedene Ausbilder zu haben sei gut, um mehrere Führungsstile zu sehen. Andererseits berichten Kursteilnehmer, dass sie dadurch komplett unterschiedlichen Herangehensweisen, Mindsets und Risikowerte vermittelt bekommen.</span></strong></p>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Als Berufsgemeinschaft wollen wir uns zwischen den Leitplanken, die vorgeben, wie wir mit Unsicherheiten und Entscheidungen umgehen, bewegen. </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><strong><span lang="DE">Kann das dennoch ein Vorteil sein, oder sollte in einer Ausbildung zumindest die grundlegende Haltung dieselbe sein?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Diese Erfahrung des Erlebens unterschiedlicher Ausbilder habe ich auch bei meiner eigenen Ausbildung gemacht. Mehrwert und Vorteil ist, dass man unterschiedliche Persönlichkeiten sieht und deren Umgang in der unsicheren Umgebung. Davon kann man definitiv etwas für sich mitnehmen. Gleichzeitig muss die Ausbildung aber definieren, zwischen welchen Leitplanken sie sich bewegt. Es darf also unterschiedliche Individuen als Ausbilder geben, aber als Berufsgemeinschaft wollen wir uns zwischen den Leitplanken, die vorgeben, wie wir mit Unsicherheiten und Entscheidungen umgehen, bewegen. Ob das nun in den verschiedenen Ausbildungen aktuell genauso umgesetzt wird, kann ich nicht beurteilen. Wenn es aber solche Fälle von offenbar großer Risikobereitschaft bei den frisch Ausgebildeten gibt, dann sollte man dies als Möglichkeit sehen, nicht nur in Rechtfertigung zu gehen, sondern hinzusehen, wo man ansetzen könnte, wo man die Ausbildung verbessern könnte.</span></p>
<p><strong><span lang="DE">Du wirst von einigen Bergführerverbänden immer wieder angefragt, eben diese gemeinsame Haltung der Berufsgemeinschaft zu thematisieren, manchmal auch im Unfallkontext. Wie gut funktioniert das?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">In der Schweizer Bergführerausbildung bin ich als externer Referent zum Thema Leadership, einem Indoormodul, bei dem es um psychologische Themen geht, dabei. Meine Wahrnehmung ist, dass dieses Thema den Schweizer Bergführern wirklich ein Herzensanliegen und ein Kernthema ist und mein Input sehr wertgeschätzt wird – sowohl von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen als auch vom Verband. Etwas anderes ist es natürlich, wie ein Ausbilder das dann draußen im Gelände vorlebt und damit umgeht. Das ist aber auch eine Herausforderung, denn er bewegt sich im Spannungsfeld einerseits das Thema zu fördern, aber es andererseits in die klassische Führungsarbeit einzubauen. Denn Fördern bedeutet hier, in einen Bereich hineinzugehen, in dem gerade eine Entwicklung stattfindet, d. h. man muss auch über die etablierte Komfortzone hinaus gehen, in der man sich als guter Führer ja zum Glück oft befindet.</span></p>
<p><strong><span lang="DE">Wie sieht dieser Input konkret aus?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Als eine Art roter Faden dient die Frage, was gute Führung ausmacht. Reale Fallbeispiele sind ein zentrales Element und werden sehr geschätzt. Teilweise vereinfachen wir diese ein wenig, damit sich jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin auch gut in die beschriebenen Situationen hineinversetzen kann. In Kleingruppen wird dann erarbeitet, wie man in diesen Situationen entscheiden würde. Dabei geht es nicht um richtig oder falsch, sondern um ein „Sich-Ausprobieren“ auf einer sicheren Bühne, um zu sehen, welche Konsequenzen zu erwarten sind. Im Prinzip geht es dabei um das Etablieren einer Fehlerkultur. Aus der Forschung weiß man, dass man aus den eigenen Fehlern nicht so viel lernt, sondern aus den Fehlern anderer am meisten herauszieht. Außerdem sprechen wir über Angst, über Panik, über Führungsprinzipien, über Entscheidungsfindungen usw. Auf jeden Fall ein spannendes zweitägiges Modul.</span></p>
<p><strong><span lang="DE">Ich nehme das genau umgekehrt wahr: Aus den Fehlern anderer zu lernen, ist für mich schwer. Ich lerne am meisten, wenn es für mich persönlich schmerzhaft ist oder ich emotional betroffen bin. Dem würdest du also widersprechen?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Nein, dem widerspreche nicht ich und ich möchte auch deine Wahrnehmung nicht anzweifeln, aber in der psychologischen Forschung ist man eben durch Untersuchungen zu dieser Ansicht gekommen. Warum lernt man aus eigenen Fehlern nicht so gut? Das hat vor allem damit zu tun, dass man seinen Selbstwert aufrecht erhalten möchte. Man wird also alles dafür tun, sein Selbstbild nicht zu beschädigen und die Sache schönzureden oder </span></p>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Warum man aus eigenen Fehlern nicht so gut lernt? Das hat vor allem damit zu tun, dass man seinen Selbstwert aufrecht erhalten möchte. </p></div></blockquote><blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Um aus den eigenen Fehlern zu lernen, braucht man eine ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstreflexion. </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><span lang="DE">zu rechtfertigen. Wenn es aber um Fehler geht, die von anderen gemacht worden sind und die Person selbst von diesen Fehlern berichtet und das darlegt, dann können Menschen das leichter annehmen. Ich muss mich nicht mit dem eigenen Selbstbild bewusst oder unbewusst beschäftigen. Um aus den eigenen Fehlern zu lernen, braucht man eine ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstreflexion und muss vielleicht auch in den Austausch mit anderen gehen.</span></p>
<p><strong><span lang="DE">Ich spiele darauf an, dass bei Vorträgen oder auch in den sozialen Medien viele Lawinenunfälle gezeigt werden. Man sieht gruselige Bilder, hat dazu aber wenig Kontext. Ich denke mir dabei oft: „Zum Glück ist das mir nicht passiert“. Reichen Bilder oder ein schauriges Gefühl schon aus, um etwas zu lernen?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Ich bin kein Medienexperte, aber für mich klingt das eher nach Ausrede. Das ist keine Auseinandersetzung mit dem wirklichen Drama, welches bei so einem Lawinenunfall passiert. Hier fehlen die Fakten, das komplette Hintergrundgeschehen, wie und warum was wozu geführt hat. Das würde ich also nicht als Lernen bezeichnen, sondern eher als Ausrede, dass ich mir das voyeuristisch ansehen darf.</span></p>
<div>
<p class="InterviewPTF"><span lang="DE"><strong>In den letzten Jahren hat sich beim Thema „Lawine“ viel getan: angefangen von Munter und der Kommunikation der Lawinenprobleme bis hin zur einheitlichen Sprache der Lawinenwarndienste. Man bekommt viele Informationen sehr gut aufbereitet. Merkst du bei deinen Kursen, dass die Teilnehmer fachlich besser und kompetenter, vielleicht auch entspannter damit umgehen?</strong></span></p>
<p><span lang="DE">Was ich auf jeden Fall bemerke, ist, dass Leute, die sich für das Thema interessieren, heute deutlich besser vorbereitet sind und ein umfangreicheres Wissen haben als früher. Früher hatte der Bergführer das komplette Fachwissen, sogar „Geheimwissen“ inne, etwas, das man als normaler Skitourengeher gar nicht erlangen konnte. Heute besteht meine Aufgabe in der Ausbildung oft darin, jenes Wissen, welches sich die Teilnehmer selbst angeeignet haben, einzuordnen und abzuwägen, wo was hingehört. Es gilt herauszufinden, ob man Moderator oder Aufklärer ist oder derjenige, der strukturiert und noch einmal unterstützt, was welche Gewichtung bekommt. Menschen haben heute jedenfalls viele Möglichkeiten, sich gut zu informieren. Aus diesem Grund muss ich inzwischen aber auch selbst besser vorbereitet sein, muss meine Ausführungen und Argumente immer belegen können. Dabei lege ich außerdem viel Wert auf Transparenz. Die Leute wollen mitgenommen werden, sie wollen Dinge verstehen und warum soll ich Themen und Kontexte nicht so vereinfachen, dass sie sie besser verstehen oder einordnen können? Damit ist der nächste Schritt vorbereitet, nämlich, dass sie sich noch tiefer informieren wollen. Ich sehe also die Rolle von uns Bergführern und Bergführerinnen auch darin, Dinge einzuordnen und eine Orientierung zu geben. Dafür muss man aber natürlich selbst sehr gut ausgebildet und auf dem aktuellen Stand sein.</span></p>
<p class="InterviewPTF"><span lang="DE"><strong>Ich kann mich selber informieren, ausbilden und eigenverantwortlich entscheiden oder die KI entscheiden lassen, von der ja manche – auch was die Lawinengefahr betrifft – glauben, dass sie „besser“ ist. Wie erklärst du dir das?</strong></span></p>
<p><span lang="DE">Ich glaube, dass es für viele Menschen einfach eine Erleichterung ist, wenn jemand anderer Entscheidungen für sie trifft – ob das eine KI oder sonst jemand ist.</span></p>
<p class="InterviewPTF"><span lang="DE"><strong>Gibt es unter diesen beiden Gruppen eine gemeinsame Sprache, oder sind das zwei verschiedene Welten?</strong></span></p>
<p><span lang="DE">(Seufzt) Eine Pauschalantwort ist hier nicht möglich …   </span></p>
<p><span lang="DE"><strong>… aber immer noch gibt es tapfere Kämpfer, die der Meinung sind, dass bei der Lawinenbeurteilung die probabilistischen Methoden besser als die analytischen oder intuitiven sind …</strong></span></p>
</div>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Meine Erfahrung ist, dass unsere Kunden mit viel weniger zufrieden und glücklich sind, als wir Führungspersonen oft glauben. </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><span lang="DE"> … was genau einen Konflikt beschreibt. Das ist wie Pingpong spielen: Ich habe recht, du hast recht. Wenn ich den Fokus auf die Menschen lege, die draußen Entscheidungen treffen wollen, dann geht es nicht darum, ob du oder ich recht haben, sondern darum, dass man versucht herauszufinden, was vom aktuellen Stand der Wissenschaft bis hin zur Wahrscheinlichkeit – also von der Analytik bis hin zur Probabilistik – greifbar und überhaupt dienlich ist. Ich starte mit meinen Gästen schließlich auch nicht mit dem Hauptziel, unter keine Lawine zu kommen. Wir gehen auf Skitour, um gemeinsam ein schönes Erlebnis zu haben. Zu meiner Aufgabe gehört es, Entscheidungen in dieser unsicheren Welt der Lawinengefahr zu treffen, aber Menschen gehen nicht primär auf Skitour, um Lawinen auszustellen.</span></p>
<p><strong><span lang="DE">Manchmal hat man aber dieses Gefühl und man muss sich fast schämen, wenn die Lawinengefahr nicht das permanente Hauptthema ist. Woher kommt das?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Es gehört durchaus zu meiner Arbeit als Bergführer, dass das Thema „Lawine“ im Hintergrund ständig mitläuft. Das ist schließlich Teil meines Kompetenzbereichs, ich darf das nicht ausblenden. Aber das ist nicht der Fokus, mit dem ich auf Skitour gehe – schon gar nicht, wenn ich privat unterwegs bin. Der Fokus ist, dass meine Kunden eine schöne und gute Zeit erleben! Und das bedeutet nicht, dass es eine ultimativ mega riesige Tour ist. Meine Erfahrung ist, dass unsere Kunden mit viel weniger zufrieden und glücklich sind, als wir Führungspersonen oft glauben.</span></p>
<div>
<p class="InterviewPTF"><span lang="DE"><strong>Die Zahl der Lawinentoten war immer schon gering und sinkt weiter, tödliche Skitourenunfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Problemen nehmen zu und regelmäßig sterben Skitourengeher durch Stürze und Abstürze. Dennoch ist für die Skitourencommunity selbst und für die Medien der Lawinenunfall unangefochten das mit Abstand prominenteste Thema und Problem. Man leistet sich die ganze Infrastruktur der Lawinenwarndienste, um primär die Skisportler zu servicieren. Warum ist „die Lawine“ so präsent?</strong></span></p>
<p><span lang="DE">Ich glaube, für Menschen ist Natur generell und im Besonderen das Erleben der Bergwelt etwas Gewaltiges. Zum großen Teil ist sie schön, aber auch imposant – und von imposant wird sie zu gewaltig. Im Hintergrund rauscht immer mit, dass es jederzeit vom „jetzt schön“ zum „jetzt tödlich“ oder zumindest gefährlich werden kann. Menschen, die sich der Natur aussetzen, erleben das so. Ich kann allerdings die Dosis wohlen. Wenn man eine Modeskitour geht, auf der 150 Leute unterwegs sind, dann passiert das „sich der Naturgewalt aussetzen“ in einer anderen Dosis, als wenn ich allein in einem anspruchsvollen Gelände unterwegs bin und die Tour selbst anspure. Ich glaub, dass sich Mensch darin recht gut regulieren können, im Sinne von: Wie viel dieser Gewalt der Natur will ich mich aussetzen, wie viel möchte ich davon erleben oder spüren?</span></p>
<p><span lang="DE">Und um beim Thema Lawine zu bleiben: Unsicherheit hat mit Kontrollverlust zu tun. Wenn ich aber etwas im Griff habe und ich das Gefühl habe, ich kann es kontrollieren – auch wenn das vielleicht gar nicht stimmt –, gibt mir das das Gefühl handlungsfähig zu bleiben und so draußen weiter unterwegs sein zu können. Allein, wenn man sich die Sprache ansieht: Man hat das „Lawinenrisiko“, man </span><span lang="DE">betreibt ein „Risikomanagement“ und zum Schluss kommt ein „Restrisiko“ heraus. Es gibt Menschen, die können mit dem Restrisiko leben. Der schönere Begriff anstelle von Risiko ist meiner Ansicht nach „Unsicherheit“. Risiko ist gemäß Definition kalkulierbar, Unsicherheit nicht. Das macht es zwar nicht besser, aber ich fühle mich ehrlicher  damit. Dieses Verständnis beeinflusst meine Haltung, </span>sowohl persönlich als auch im professionellen Kontext.</p>
</div>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Unsicherheit hat mit Kontrollverlust zu tun. </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><strong><span lang="DE">Bergsteigen ist mittlerweile zum Bergsport und damit messbar geworden. Höhenmeter, Zeiten, Neuschneemengen, Skitourenflugreisen und Likes lassen sich besser verkaufen und scheinen vielen wichtiger zu sein, als eine gute Zeit am Berg mit Freunden. Du hast angesprochen, dass aber eben diese Qualität für private und geführte Gruppen das eigentliche Ziel sein müsste, auch im Unfallkontext. Wie lässt sich das erreichen?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Ich denke, man muss akzeptieren, dass viele verschiedene Sachen stattfinden dürfen. Ob ich das gut oder schlecht finde, ist nur eine persönliche Meinung, die nichts zur Sache tut. Ich für mich möchte aber definieren, wie ich mein Bergsteigen betreiben will. Allerdings muss ich für meine Definition nicht andere abwerten und mich aufwerten. Ich weiß aber, mit welchen Werten ich im professionellen Kontext Menschen draußen begleiten möchte. Ob ich damit erfolgreich bin – sprich, ob ich davon leben und mich ernähren kann –, ist eine andere Frage. Ich habe hier also meinen Grundsatz mit meinen Werten und Vorstellungen, andere dürfen es aber anders machen; im privaten Kontext wohlgemerkt. In der Berufsgemeinschaft der Bergführer hingegen kann man nicht pauschal sagen, jeder soll es machen dürfen, wie er will. Als Profis müssen wir eine Entwicklung zeigen, uns anpassen, gelegentlich an Stellschrauben drehen, um auch immer die Kompetenzträger zu sein. Wenn du zuvor von den Unfällen im Führungskontext berichtet hast, weiß ich nicht, wie ich mit diesen Zahlen umgehen soll. Gut sehen sie nicht aus.</span></p>
<div>
<p class="InterviewPTF"><span lang="DE"><strong>Diskutiert man darüber, argumentieren einige Kollegen, dass es ihre Aufgabe sei, ihren Kunden gegen Honorar etwas zu bieten, das diese sich alleine nie trauen würden. Deshalb fahren sie natürlich steiler und exponierter.</strong></span></p>
<p><span lang="DE">Ich kenne und verstehe diese Aussage, aber ich halte dagegen, dass wir als Bergführer nicht davon reden können, dass es die Kunden sind, die das verlangen und dafür zahlen. Ich definiere selbst, wie Bergführern stattfindet und andere Dinge finden dann eben nicht statt. In einem Kurs kann ich dich gut ausbilden, kann ich dir viel Fachwissen und Technik vermitteln, damit du für dich persönlich dann jene Dinge tun kannst, die du gerne machst. Ich verkaufe als Bergführer keine Absolutionen. Kunden, die das möchten, führe ich nicht.</span></p>
<p class="InterviewPTF"><span lang="DE"><strong>Okay, ich möchte meine Kunden also ausbilden. Was muss ich als Bergführer dafür mitbringen? Erfahrung, hohes Eigenkönnen oder pädagogisches Geschick und Empathie?</strong></span></p>
<p><span lang="DE">Ich drehe den Spieß um und stelle mir vor, ich bin selbst wieder in der Ausbildung. Was möchte ich von einem Ausbilder, von einer Ausbilderin mitnehmen? Natürlich muss diese Person für mich fachkompetent sein – das ist die Grundlage. Darüber hinaus muss diese Person Fähigkeiten hinsichtlich Führungstechniken haben und diese auch methodisch und didaktisch geschickt transportieren können, schließlich möchte ich diesen Beruf erlernen. Ich erwarte mir also, dass mir diese Person die einschlägigen Sachverhalte so gut oder so lange erklärt, bis ich sie verstanden habe und umsetzen kann. Im Weiteren ist es zentral, wie diese Führungsperson mit Menschen umgeht. Der Beruf hat immerhin mit Menschen zu tun und diese „weichen“ Faktoren sind ein zentraler Bestandteil im Führungskontext, z. B. die Bewältigung stressiger Situationen, der Umgang mit schwierigen Gästen, mit Rückmeldungen u. v. m. Wenn wir ein solches Konglomerat an Ausbilder haben, würden wir sagen: wunderbar! Wenn eine Person das ein oder andere nur mehr oder weniger kann, dann findet ein Ausgleich im Ausbildungsteam statt und das darf auch absolut so sein. Es darf die Person geben, die kompetenter im Fachwissen ist und es darf die Person geben, die kompetenter im Führungskontext ist. So würde ich mir das vorstellen und ich kenne auch genau solche Ausbilder und Ausbilderinnen.</span></p>
<p class="InterviewPTF"><span lang="DE"><strong>Macht es in der Ausbildung und Arbeit einen Unterschied, ob jemand hauptberuflich als Bergführer unterwegs ist oder das nur gelegentlich als Nebenjob oder Hobby macht?</strong></span></p>
<p><span lang="DE">Ich bin der Meinung, eine Motivation in der Ausbildung muss sehr wohl sein, dass ich das Bergführen als Hauptberuf ausüben möchte. Das muss es nach der Ausbildung auch weiterhin bleiben, da nur über diese Berufsschiene auch eine gute, durchgängige Qualität garantiert werden kann. Die zuvor beschriebenen Entwicklungen und Neuerungen in der Ausbildung lassen sich auch nur über das Engagement von hauptberuflichen Bergführern und Bergführerinnen durchführen, Hobbybergführer haben daran verständlicherweise weniger Interesse.</span></p>
<p class="InterviewPTF"><span lang="DE"><strong>Bei Unfällen sind wir Sachverständige aufgerufen, aus der ex-ante-Sicht eine Beurteilung abzugeben. Wie kann man Unfälle im Nachhinein so aufbereiten, dass man aus den Fehlern anderer etwas lernen kann?</strong></span></p>
<p><span lang="DE">Die Frage, die sich mir aufdrängt: Sind Unfall und Fehler das Gleiche? Wir haben vorher darüber gesprochen, dass man aus Fehlern anderer lernen kann. Sicher kann man davon ausgehen, dass es, wenn es zu einem Unfall kommt, im Vorfeld irgendeinen Entscheidungsfehler gegeben hat …</span></p>
<p class="InterviewPTF"><span lang="DE"><strong>… aber es führen ja nicht alle Fehler zu Unfällen. Aber wenn ein Unfall passiert ist, geht es darum herauszufinden, welche Fehler kausal waren und ob sie vermeidbar gewesen wären.</strong></span></p>
<p><span lang="DE">Man muss nur aufpassen, dass man nicht unter dem „Rückschaufehler“ leidet. Blickt man auf einen Unfall, muss man sich in die Situation der Führungsperson, die in diesem Moment nicht wissen konnte, wie die Sache ausgeht, versetzen. Es braucht empathisch dafür Verständnis, warum und wie die Person entschieden hat. Also nicht eine verurteilende Haltung, denn es ist davon auszugehen, dass diese Person in die Berge gegangen ist, um ihre Sache gut zu machen. Hätte sie gewusst, dass sie in einen Unfall hineinläuft, hätte sie anders entschieden.</span></p>
</div>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Die Menschen haben vergessen, dass man in den Bergen umkommen kann. </p></div></blockquote><blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Man muss nicht jeden Unfall analysieren und an die Öffentlichkeit bringen. </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><strong><span lang="DE">Was ist der Grund, warum Bergsteiger, die selbst Respekt oder Sorge haben müssten, das ihnen mal etwas ähnliches passieren kann, nach Unfällen schnell vorverurteilen und nicht abwarten, bis man alle Umstände kennt?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Es sollte aber auch nicht so sein, dass man niemals etwas sagen darf, weil es mir selber auch passieren könnte – das kann es auch nicht sein … Aber deine Frage spielt auf die Motivation an, warum Menschen das tun? Ich glaub, man muss nicht jeden Unfall analysieren und an die Öffentlichkeit bringen. Schließlich gibt es unterschiedliche Zuständigkeiten, in Österreich etwa die Alpinpolizei, die den Fall aufnimmt. Es gibt Gutachter, die den Fall gemäß ihrer Profession anschauen, es gibt die Zuständigen, die den Fall rechtlich aufarbeiten usw. Nicht aus jedem Unfall muss man eine Lehre ziehen. Beim Abseilen weiß man, dass man abstürzen kann und auch wie der entsprechende Unfallmechanismus aussieht. Das ist zigmal veröffentlicht, bekannt und wird ausgebildet – was soll man da also noch lernen?</span></p>
<div>
<p class="InterviewPTF"><span lang="DE"><strong>Aber wo bleibt die Empathie nach solchen Unfällen …</strong></span></p>
<p><span lang="DE">… Empathie ist für mich in erster Linie, dass man zuerst an die verletzte oder gar tödlich verunglückte Person denkt, die irgendwo irgendjemandem fehlt. Dafür Mitgefühl zu haben ist das, was ich zeigen möchte. Zu diesem Mitgefühl gehört auch, dass man das nicht öffentlich an die große Glocke hängt. Wenn nach einem Unfall Menschen sofort mit Schuldzuweisungen und Besserwisserei zur Stelle sind, dann impliziert das vielleicht, dass sie es besser gewusst hätten. Ich weiß auch nicht, warum Menschen das tun. Aber wenn man sagt: „Das hätte er erkennen müssen“, dann bedeutet das: „Ich habe es gesehen, ich hätte die Kontrolle gehabt und dadurch wäre alles nicht so schlimm gewesen.“ Ich glaube, Menschen machen das, weil es sonst nicht „aushaltbar“ ist. Schwierige Situationen auszuhalten ist echt schwierig. Menschen gehen in die Rechtfertigung, in die Verurteilung. Letztendlich ist es ein Abwerten – sprich ich werte die Gegenseite ab und werte mich damit auf.</span></p>
<p class="InterviewPTF"><span lang="DE"><strong>Muss man akzeptieren, dass man beim Skitourengehen unter einer Lawine sterben kann?</strong></span></p>
<p><span lang="DE">Das hat nichts mit Akzeptieren zu tun. Eine Lawine ist tödlich. Ich glaube, Menschen haben vergessen, dass man in den Bergen umkommen kann. Wenn ich privat in die Berge gehe, dann ist das auch vollkommen in Ordnung, anders ist es im Führungskontext. Die Naturgewalt kann eben auch dazu führen, dass die Tour nicht gut endet. Menschen beschreiben das da draußen immer als so schön und fühlen sich immer so frei und alles ist immer so positiv besetzt. Das ist es auch, alles in Ordnung. Aber im Hintergrund schwingt immer mit, dass es von jetzt auf sofort von schön in brutal wechseln kann. Und im Brutalen der Natur steckt eben auch der Tod – das gehört dazu. Als Bergführer möchte ich dort aber nicht hinkommen.</span></p>
<h6><span lang="DE">Das Gespräch wurde von Christina Schwann verschriftlicht.</span></h6>
</div>
	</div>
</div>



<a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="https://alpinesicherheit.at/analyseberg-winter-2024-25/" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zur Website des analyse:berg</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a><a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2025/10/interview-pauli-trenkwalder_analyseberg-28_winter_24-25.pdf" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zum Artikel als PDF</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/die-haltung-am-berg/">Die Haltung am Berg. analyse:berg Winter 2024/25</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pauli Trenkwalder – Interview. Südtiroler Marketing Gesellschaft</title>
		<link>https://www.paulitrenkwalder.com/pauli-trenkwalder-interview-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronja]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Sep 2025 09:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.paulitrenkwalder.com/?p=1600</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/pauli-trenkwalder-interview-2/">Pauli Trenkwalder – Interview. Südtiroler Marketing Gesellschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
		<div id="fws_698601a20ea64"  data-column-margin="none" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row  bottom_margin_120px bottom_margin_tablet_80px"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				<div id="titel" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h5><em>Interview erschienen auf der Website der Südtiroler Marketing Gesellschaft</em></h5>
<h2>Pauli Trenkwalder – Interview</h2>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
		<div id="fws_698601a20fc0e"  data-column-margin="default" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><strong>Gehst du in die Berge, wenn du Probleme hast?</strong><br />
Ja, ich kann in den Bergen gut entspannen und über Dinge nachdenken. Ich fahre das System besser hinunter.</p>
<p><strong>Du fährst das System hinunter? Was passiert denn am Berg?</strong><br />
Viele Menschen sagen, in den Bergen fühle ich mich frei. Ein schwieriges Wort für mich. Aber etwas passiert tatsächlich da oben. Der Glücksforscher Czikszentmihalyi nennt es Floweffekt, also ein Glücksgefühl, das sich einstellt, wenn man eine Extremsituation überstanden hat. Der Neurobiologe Arne Dietrich, den ich sehr gut kenne, hat diesen Ansatz weiterentwickelt. Er sagt, es gibt in uns ein implizites und explizites Hirnkastl. Durch die Tätigkeit beim Wandern oder Klettern fährt das explizite System herunter, übrig bleibt der Autopilot und es beginnt eine kreative Phase, in der sich Lösungswege aufzeigen. Man könnte sagen, ich strenge mich nicht mehr an zu denken. Ich muss beim Gehen nicht nachdenken, wie ich meinen Fuß nach vorne setze. Diese Bewegung ist automatisiert, deshalb kann ich mich auf andere Sachen konzentrieren und dann spüre ich, jetzt fließt es…</p>
<p><strong>Wer kommt zu dir? Was sind das für Menschen?</strong><br />
Wir bieten keine Psychotherapie an. Wir machen Gesundheitsförderung. So nennen wir das. Da gab es zum Beispiel eine Friseurin, die in einem anderen Beruf noch einmal neu beginnen will? Oder Führungskräfte, die sich weiterentwickeln möchten. Oder eben ein Klient, der es nie länger als drei Jahre schafft, eine Liebesbeziehung aufrechtzuerhalten. Es sind Menschen, die vor einem Problem stehen und das anschauen möchten.</p>
<p><strong>Bringst du auch Menschen in die Berge, die vorher nie eine Beziehung zum Berg gehabt haben?</strong><br />
Nein. Die melden sich gar nicht. Wer zu mir kommt, der will nicht klettern lernen. Der sucht eine „Kulisse“, in der er sich gut fühlt. Mit einer Klientin war ich auf Skitour, es war super Pulverschnee und schlechtes Wetter, aber sie hat gesagt, ihr geht da das Herz auf. Klar, wenn ihr das Herz aufgeht, ist es für mich leichter, mit ihr zu arbeiten, weil dann auch etwas ins Herz hinein geht. Ich bin am Berg ja in einer Doppelfunktion unterwegs. Als Psychologe bin ich nahe dran am Menschen, als Bergführer bin ich auch einmal 30 bis 50 Meter weit weg. So kann sich mein Gast aufs Klettern konzentrieren und auf die Gedanken, die sich dabei einstellen. Ich setze dann nur einige Nadeln.</p>
<p><strong>Von welchen Nadeln sprichst du?</strong><br />
Ich kann dir eine Frage stellen, mit der ich spiegle, was du gesagt hast, dann rattert das in deinem Hirnkastl. Und das geht den ganzen Tag lang. Eine Therapiesitzung im Tal dauert normalerweise 50 Minuten, wenn ich als Coach einmal nicht weiterkomme, dann rette ich mich über diese Stunde schon drüber. Wenn ich hingegen den ganzen Tag ausgesetzt bin, ist das viel effektiver, aber natürlich auch anstrengender.</p>
<p><strong>Wie wichtig ist das Thema Grenzen annehmen, ausloten oder überwinden?</strong><br />
Bei Führungskräften, die exponiert sind, mag es sinnvoll sein, daran zu arbeiten. Aber sonst führe ich niemanden bewusst an seine Grenzen. Als Bergführer habe ich die Aufgabe, den Menschen zu sichern, damit er nicht abstürzt. Als Psychologe habe ich den gleichen Auftrag. Ich muss ihn in seine geistigen Welten gut hinein und wieder herausführen. Einen Menschen psychisch zu exponieren, finde ich nicht richtig. Ich führe auch Kinder nicht mit der Hand auf die heiße Herdplatte, damit sie verstehen, dass das wehtut.</p>
<p><strong>Was kann ich also am Berg lernen, wenn ich mit dir unterwegs bin?</strong><br />
Huh, da kommen wir jetzt in den Bereich der großen Versprechen. Wir kennen alle diese Angebote zum Teambuilding, wo Mitarbeiter einer Firma zusammen auf den Berg gehen, ein Floss bauen und gemeinsam den Fluss hinunterfahren, und alle erwarten, danach werdet ihr besser zusammenarbeiten. Man weiß, evidenzbasiert, dass das Humbug ist. Die haben ein tolles Erlebnis, ganz sicher, aber der Effekt wird aus meiner Sicht überhöht.</p>
<p><strong>Ich kann also gar nichts lernen am Berg?</strong><br />
Doch, wenn du in der „Wildnis“ unterwegs bist, fühlst du dieses Ausgesetztsein, du musst Entscheidungen treffen und spürst Hunger, Durst, Kälte, Müdigkeit, Hitze. Das sind die wirklichen Werte von diesem Erlebnis, nicht, ob du einen Transfer vom Berg ins alltägliche Leben herstellen kannst oder nicht. Ich als Pauli Trenkwalder kann das sicher nicht leisten. Ich werde dich begleiten, ich werde dich dorthin führen, wo es für dich unangenehm ist, und mit dir Verhaltensmuster aufdecken, die sich im Lauf des Lebens bei dir eingeschlichen haben. Darum geht es ja. Du kommst zu mir, weil du dich weiterentwickeln willst. Ich sichere dich mit dem Seil, wie es ein Bergführer auch tut. Und ich habe den Kompass, ich weiß, wie weit ich gehen kann. Auch bei dir. Und ich gehe so weit, wie du es mir sagst. Aber arbeiten an dir musst du.</p>
<p><strong>Und wenn der Gast nicht auf den Gipfel kommt, kommt er halt nicht hinauf…</strong><br />
Ja, in Bergsteigerkreisen heißt es oft, der Gipfel ist das Ziel. Andere sagen: Das Ziel ist der Weg. Ich sage: Oft ist das Ziel im Weg. Der Gipfel ist nicht so wichtig. Wichtig ist das Unterwegssein. Es ist wichtig, dass du innerlich, in deinen Themen unterwegs bist, dann wird sich etwas ändern.</p>
<p><strong>Kann ich ein Muster erlernen? Wenn ich mich zum Beispiel daran erinnere, wie ich am Berg eine schwierige Situation gemeistert habe?</strong><br />
Ein wesentlicher Bestandteil psychischer Gesundheit ist die Selbstwirksamkeit, also wenn ich etwas gegen Widerstand mache und Erfolg habe. Am Berg handle ich oft gegen Widerstände: jetzt muss ich die Zähne zusammenbeißen, jetzt muss ich durchhalten, muss mich in Geduld üben, auch einmal demütig sein, auch einmal scheitern. Diese Selbstwirksamkeit kann man von den Bergen in sein Berufsleben – oder auch Privatleben – übertragen. Wenn ich gesehen habe, ich habe das ausgehalten am Berg, obwohl ich müde war und Durst hatte, dann bin ich stolz auf mich. Das sagen mir die Menschen auch: Ich bin stolz auf mich, ich habe durchgehalten.</p>
<p><strong>Arbeitest du eher an den Stärken oder an den Schwächen deiner Klienten?</strong><br />
Richtig ist, die Stärken zu stärken und sich nicht lange bei den Schwächen aufzuhalten. Der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen hat einmal gesagt, wenn du ein Pinguin bist, wird aus dir auch nach sieben Jahren Therapie nicht eine Giraffe werden. Und die Stärke des Pinguins ist halt das Schwimmen und nicht der Marathonlauf.</p>
<p><strong>Wie sehr muss man sich am Berg plagen, dass es mir im Alltag nützt.</strong><br />
Wenn man sich nicht plagen will, wird man halt nicht Vorstandsvorsitzender werden. Einige Führungskräfte, die ich schon lange begleite, haben eine hohe Leidensfähigkeit, die klagen nie, die sind demütig und geduldig, und die halten durch, auch wenn man genau sieht, dass es jetzt anstrengend für sie ist.</p>
<p><strong>Kann man sich ans Leiden gewöhnen, um mehr auszuhalten…</strong><br />
Die Qualität, etwas auszuhalten da draußen, Anstrengung wegzustecken, das kann ich übertragen auf mein Leben, da kann ich mir sagen, jetzt muss ich mich einfach mal durchbeißen. Ich bin aber der Meinung, dass man sich entspannen darf am Berg. Manchmal reicht es, einfach hinauszugehen. Das allein tut schon gut. Wir in Südtirol haben diese Qualität! Der eine braucht den Spaziergang rund um den Montiggler See, der andere muss die Drei Zinnen besteigen, aber was beide tun müssen, ist, sie müssen hinausgehen. Sie müssen es machen.</p>
<p><strong>Haben wir viele Probleme deshalb, weil wir zu wenig draußen in der Natur sind?</strong><br />
Du musst nur schauen, wie viele Leute unbewusst in die Natur gehen. Und wenn sie zurückkommen, sagen sie, das hat mir gut getan. In der Natur passiert irgendwas mit ihnen. Dieses Hinausgehen machen die meisten intuitiv, es ist etwas, was Menschen treibt. Wenn unsere Vorfahren nicht hinausgegangen wären, um Himbeeren zu suchen und den Säbelzahntiger zu erlegen, würden wir ja noch immer in der Höhle hocken.</p>
	</div>
</div>



<a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="https://www.suedtirol.info/wasunsbewegt/bergpsyche" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zum Artikel</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/pauli-trenkwalder-interview-2/">Pauli Trenkwalder – Interview. Südtiroler Marketing Gesellschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Human Facts meets Pauli Trenkwalder 2025</title>
		<link>https://www.paulitrenkwalder.com/human-facts-meets-pauli-trenkwalder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[fein fein]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Aug 2025 19:21:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.paulitrenkwalder.com/?p=1419</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/human-facts-meets-pauli-trenkwalder/">Human Facts meets Pauli Trenkwalder 2025</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
		<div id="fws_698601a21178a"  data-column-margin="none" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row  bottom_margin_120px bottom_margin_tablet_80px"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				<div id="titel" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h5><em>Interview erschienen in Human Facts, 08/2025</em></h5>
<h2>Human Facts meets Pauli Trenkwalder, Berg- und Skiführer, Coach und Diplom-Psychologe</h2>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div><div id="intro" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h3>„Wie oft war es schon steil in Ihrem Leben? Steht gerade wieder ein Berg vor Ihnen?“ So begrüsst uns die Website Mensch und Berge (German) von Pauli Trenkwalder, der Menschen auf „Steilstrecken“ in ihrem Leben unterstützt, als Bergeführer sowie als Coach und Psychologe. In beiden Professionen gleichermassen profund ausgebildet, macht er sich mit uns auf den Weg in die Berge, um bewusst aus dem Alltag herauszutreten, um zu reflektieren und nachzudenken. Damit ist allerdings weit mehr verbunden als die Idee, mental Abstand zu gewinnen. Durch das begleitete Eintauchen in die Stille und die Natur der Berge, lädt Pauli Trenkwalder uns zu einem ganz besonders wertvollen Perspektivenwechsel ein: Im Resonanzraum der Berge können wir uns nicht nur intellektuell, sondern als „ganzer“ Mensch, mit all unseren Sinnen und Körper-Geist-Seelenverbund erfahren – das weitet den Blick und schafft Vertrauen in uns selbst.</h3>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
		<div id="fws_698601a212f72"  data-column-margin="default" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><strong>Pauli, zunächst herzlichen Dank, dass Du Zeit findest für dieses Interview. Obwohl wir ja global den allgemeinen Trend beobachten, dass viele Menschen vom Land in die Stadt ziehen, scheint die Pandemie &#8211; zumindest bei uns in der Schweiz &#8211; einen Umkehrtrend ausgelöst zu haben. Nicht nur, dass die Berge von Wanderern an den Wochenenden quasi überlaufen waren. Auch die Nachfrage aufs Land bzw. in die Natur zu ziehen – und das sind bei uns meistens die Berge &#8211; hat sich während der Pandemie drastisch erhöht. Wie erklärst Du Dir das? Warum zieht es uns plötzlich mehr und mehr in die Natur und die Berge? Welche Wirkung hat das auf uns und warum? Was fasziniert Dich selbst immer wieder?</strong></p>
<p>Wenn man die Menschen fragt, warum es sie in die Natur zieht, dann ist die allgemeine Überschrift: „Weil es mir guttut“. Die Motive sind aber sehr unterschiedlich. Vom Sport, Leistung, die Muskeln zu spüren, zu entspannen, Ziele zu erreichen, einfach „sein“ bis Lifestyle-Trend ist alles dabei. Dass besonders im Frühling 2020 mehr Wanderer unterwegs waren, konnte ich im Südtirol auch feststellen. Jetzt, wo man wieder alles darf, ist die Anzahl Menschen, die in der Natur unterwegs sind, aber wieder gleich hoch wie zuvor. Offensichtlich geht es uns mit der Natur wie mit anderen Dingen auch: Oft erschliesst sich uns ihr Wert erst, wenn wir etwas nicht mehr haben.  Mich persönlich fasziniert vor allem, dass man sich auch als Menschen in der Natur und am Berg näherkommt. Ich habe bei und durch meine eigenen Klettertouren tiefgreifende Begegnungen und Freundschaften erleben dürfen. Wenn man gemeinsam jenseits der Zivilisation unterwegs ist, dann geht es nicht nur ums Klettern. Sondern vor allem auch darum, dass man sich ausgesetzt in der Natur als Mensch näher kommt und Tiefe in der Begegnung erleben kann. Das fasziniert mich bis heute.</p>
<p><strong>Die Kombination, profund ausgebildeter Bergführung und Coach scheint mir relativ einzigartig. Was hat Dich bewegt, diese beiden Berufe zu erlernen und auch zu kombinieren?</strong></p>
<p>Kurz gesagt, mich hat beides enorm fasziniert: das Klettern und Bergsteigen genauso wie die tiefen menschlichen Begegnungen und Erfahrungen, die ich am Berg erleben durfte. Aber der Weg, beides gleichwertig professionell und seriös zu betreiben und vor allem sinnvoll zusammenzubringen, war ein langer Weg mit viel Geschichte. Gerade auch weil die Kombination eher selten ist. Rückblickend sieht das natürlich immer einfach aus. Aber beiden Professionen gleichzeitig gerecht zu werden und sinnvoll zu kombinieren, war gar nicht so leicht. Aber heute wird der Mehrwert in der Kombination von meinen Kundinnen und Kunden gesehen und auch von beiden Professionen anerkannt. So bin ich z.B. auch in der Ausbildung für andere Bergführende tätig, gerade weil ich auch die Psychologie im Rücken habe.</p>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Mich persönlich fasziniert vor allem, dass man sich auch als Menschen in der Natur und am Berg näherkommt. Ich habe bei und durch meine eigenen Klettertouren tiefgreifende Begegnungen und Freundschaften erleben dürfen. </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><strong>Die Kunden/innen von Human Facts sind mehrheitlich Führungskräfte in Organisationen oder Unternehmen. Wo gibt es Deiner Meinung nach Parallelen zwischen Bergführenden und Unternehmensführenden? Was können Unternehmensführende von Bergführenden lernen? Was können Teams in den Bergen lernen?</strong></p>
<p>Als erstes fällt mir da die Parallele ein, dass beide Entscheidungen treffen. Und zwar weil wir es müssen, wollen aber auch können. Manchmal sind die Entscheidungen einfach und Routine. Oft sind sie aber auch herausfordernder, weil ihr Ausgang ungewiss ist. Das Wetter in den Bergen ist wohl eine ähnlich ungewisse Komponente wie manche Marktentwicklungen für die Unternehmensführung. Auch bei der Zusammensetzung der Kompetenz der beiden Berufsstände sehe ich Ähnlichkeiten. Bei beiden handelt es sich um ein Gemisch aus Regeln, die man Intus hat plus Intuition, die sich durch Erfahrung immer stärker ausbildet. Der Profi, egal ob im Bergführen oder in der Unternehmensführung, wird auch immer wieder auf dessen Erfahrung zurückgreifen, besonders wenn er sie reflektiert, ausgetauscht und eine gewisse innere Distanz dazu entwickelt hat.  Am Ende steht aber gar nicht so sehr der direkte Transfer vom Bergsteigen zum Management im Fokus. Zumal es sehr individuell ist, was jede oder jeder von der erlebten Situation am Berg mitnimmt. Man lernt nicht vom Bergführenden, sondern durch den Prozess des Unterwegsseins in den Bergen. Und genau auf diesem Weg begleite ich die Menschen. D.h., meine Rolle ist fokussiert auf das Zuhören und darauf einzugehen.</p>
<div id="attachment_728" style="width: 1610px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-728" class="wp-image-728 size-full" src="https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2019/01/Wolken-Sonne-Dolomiten-Pauli-Trenkwalder.jpg" alt="Wolken und Sonne. Dolomiten |Pauli Trenkwalder, Berge &amp; Psychologie" width="1600" height="900" srcset="https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2019/01/Wolken-Sonne-Dolomiten-Pauli-Trenkwalder.jpg 1600w, https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2019/01/Wolken-Sonne-Dolomiten-Pauli-Trenkwalder-300x169.jpg 300w, https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2019/01/Wolken-Sonne-Dolomiten-Pauli-Trenkwalder-768x432.jpg 768w, https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2019/01/Wolken-Sonne-Dolomiten-Pauli-Trenkwalder-1024x576.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><p id="caption-attachment-728" class="wp-caption-text">Dolomiten | Pauli Trenkwalder</p></div>
<p><strong>Die Pandemiekrise hat wohl bei uns allen – egal ob Führungskräfte, Selbständige oder Angestellte &#8211; grundlegende Ängste und Unsicherheiten in allen Lebensbereichen befördert: Angst um unsere Gesundheit, die Angehörigen, die wirtschaftliche Existenz, die Lebensgestaltungsfreiheit und die Zukunft ganz allgemein. Für mich sind Ängste immer auch ein Ausdruck der Abwesenheit von Vertrauen. Vertrauen ins Leben, in uns selbst, in andere, in die Zukunft. Was kann aus Deiner Erfahrung helfen, Ängste nicht überhand nehmen zu lassen und immer wieder zurück zu Mut und Vertrauen zu finden? Inwieweit kann uns dabei der Resonanzraum der Berge, wie Du ihn so schön nennst, behilflich sein? Welche Wandlungen konntest Du auf Deinen Berggängen dazu beobachten?</strong></p>
<p>Vertrauen ist ein zentrales Beziehungsgefühl, ohne das keine Geborgenheit und kein Schutz vermittelt, beziehungsweise empfunden werden kann. Vertrauen schafft auch Selbstvertrauen und Selbstvertrauen führt wiederum der Vertrauensfähigkeit. UnserSelbstvertrauen wird massgeblich von Selbstwirksamkeit genährt. Hierbei beweist man sich selbst, dass man in der Lage ist, die wichtigen Dinge durch eigenes Handeln auch gegen Widerstände zu erreichen. Selbstwirksamkeit wird ausschließlich in konkreten Situationen und mit konkreten Menschen gewonnen. Sie gilt als wesentliche Facette psychischer Gesundheit. Unter psychischer Gesundheit verstehen wir einen Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeit ausschöpft, die normalen Lebensbelastungen bewältigt, produktiv arbeitet und etwas zur Gemeinschaft beitragen kann. Dabei ist es durchaus normal und auch hilfreich, auch ab und zu Angst zu empfinden. Angst ist eines der am frühesten entwickelten Gefühle und ursprünglich ein lebensnotwendiges Signal, das zu selbstschützenden Verhalten mobilisiert. Gerade in den Bergen ist es für mich in diesem Sinne auch eher ein Zeichen von psychischer Gesundheit, wenn Menschen da Angst haben als wenn nicht.</p>
<div id="attachment_701" style="width: 1610px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-701" class="wp-image-701 size-full" src="https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2019/01/Selfi-Ortler-Suedtirol-Pauli-Trenkwadler.jpg" alt="Selfie. Ortler, Südtirol | Pauli Trenkwalder, Berge &amp; Psychologie" width="1600" height="900" srcset="https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2019/01/Selfi-Ortler-Suedtirol-Pauli-Trenkwadler.jpg 1600w, https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2019/01/Selfi-Ortler-Suedtirol-Pauli-Trenkwadler-300x169.jpg 300w, https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2019/01/Selfi-Ortler-Suedtirol-Pauli-Trenkwadler-768x432.jpg 768w, https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2019/01/Selfi-Ortler-Suedtirol-Pauli-Trenkwadler-1024x576.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><p id="caption-attachment-701" class="wp-caption-text">Ortler, Südtirol | Pauli Trenkwalder</p></div>
<p>Das zur Theorie. Jetzt zu meinen «So, jetzt gehen wir mal in die Berge und dann ist alles wieder gut» so ist es leider nicht. Gerade bei übermässigen Ängsten oder auch psychischen Problemen sollte man auf jeden Fall eher einen klinischen Psychotherapeuten•in aufsuchen.</p>
<p>Was Menschen aber in den Bergen auf jeden Fall stärken können ist ihre Selbstwirksamkeit, die ja mit Selbstvertrauen, Vertrauen und psychischer Gesundheit eng verknüpft ist.</p>
<h6>Das Interview führte xxx.</h6>
	</div>
</div>



<a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="#" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zum Artikel</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/human-facts-meets-pauli-trenkwalder/">Human Facts meets Pauli Trenkwalder 2025</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Felsenfest. Tagesspiegel 2024</title>
		<link>https://www.paulitrenkwalder.com/felsenfest/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronja]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Sep 2024 09:58:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beitrag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.paulitrenkwalder.com/?p=1588</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/felsenfest/">Felsenfest. Tagesspiegel 2024</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
		<div id="fws_698601a215ace"  data-column-margin="none" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row  bottom_margin_120px bottom_margin_tablet_80px"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				<div id="titel" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h5><em>Beitrag erschienen in Tagesspiegel.de, 29.04.2024</em></h5>
<div>
<h3 class="IntroPT"><span lang="DE">Berge nützen dem menschlichen Geist und fördern die innere Einkehr. Aber muss man deshalb gleich mit einem Psychologen in Abgründe schauen? Unsere Autorin hat ein Angebot des Kastelruther Hotels Schgaguler getestet.</span></h3>
</div>
	</div>
</div>



<div class="divider-wrap" data-alignment="default"><div style="height: 15px;" class="divider"></div></div>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h6>Text:<span lang="DE"> Esther Kogelboom</span></h6>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
		<div id="fws_698601a216e46"  data-column-margin="default" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h3>Meine Couch: der Berg, so lautet Pauli Trenkwalders Parole. Gerade ist aber die Couch seine Couch, der Psychologe und Bergführer sitzt auf einem lodengrünen Outline-Sofa von Muuto.</h3>
<h3>In der Bar des Schgaguler Hotels bleibt die Zeit stehen. Die scharfkantigen Eiswürfel aus der japanischen Hoshizaki-Maschine schmelzen extra langsam im Aperitivo, während draußen Nebelgardinen die Umrisse des Schlern &#8211; Massivs verhüllen.</h3>
<p>Trenkwalder spricht mit der kleinen Reisegruppe über die Konsistenztheorie nach Grawe, ein Modell, das die psychologischen Grundbedürfnisse des Menschen beschreibt, und die Maslowsche Bedürfnispyramide. Er tippt sich schließlich an die Stirn: „Hier vorn im Hirnkaschtl, da ist der präfrontale Cortex, zuständig für Kontrolle und Orientierung.“</p>
<p>Hirnkaschtl-Ferien im Südtiroler „Kaschtelruth“, wie die Einheimischen ihr Bergdorf nennen. Das Schgaguler, gelenkt von vier Geschwistern in zweiter Generation, umgebaut von Architekt Peter Pichler, strahlt ohne Geranien und Herrgottswinkel. In unverblümter Klarheit und Konzentration ragt es, hellgrau wie Dolomit, zwischen den verschachtelten traditionellen Bauten des Dorfes heraus, höher ist nur der frei stehende, klassizistische Turm der Pfarrkirche St. Peter und Paul.</p>
<p>Das Angebot von Trenkwalder, zusammen mit vier Tagen Halbpension im Design- und Dinnerhimmel Schgaguler: „Grenzen erfahren – Grenzen erweitern“ in der Kleingruppe. Damit meint er nicht, eine neue Gin-Sorte zu probieren.</p>
<p>Früh am Morgen, Zanser Alm. Der präfrontale Cortex der Kletter- Anfängerin meldet: Das ist unmöglich. Steck den Helm wieder in den Rucksack, steig aus dem Klettergurt, lös’ die Karabiner und trinke den zweiten Cappuccino. Aber da ist etwas, das stärker ist. Die Arme sind es nicht. Vielleicht der Ehrgeiz, sich vor der Reisegruppe nicht zum Gespött zu machen, oder gar Abenteuerlust? Das Herz schlägt bis zum Kinn, acht Meter über dem schneebedeckten Boden an einer Felswand. Drüben hat vor kurzem eine Lawine ein Waldstück einfach umgeknickt. Die Finger krallen sich schwitzig in eine Rinne, die Füße sind irgendwo, wo es sich falsch anfühlt.</p>
<h3><strong>Der kleine Reinhold war schon mit fünf Jahren oben</strong></h3>
<p>Trenkwalder – Erstbegehungen großer Wände in Madagaskar, Mali, Namibia, Venezuela usw., leidenschaftlicher Kritiker der Sächsischen Schweiz – spricht von unten: „Den rechten Fuß dorthin, wo jetzt der linke ist!“ – „Aber da ist schon mein Linker.“ – „Ich kann jederzeit hochkommen!“ Alles, nur das nicht.</p>
<p>Die Zanser Alm liegt unterhalb der spektakulären Geislerspitzen am Ende des Villnöss-Tals. Wanderfreundinnen wissen, dass hier der kleine Reinhold im Alter von fünf Jahren, zusammen mit seinem Bruder, vom Vater auf den Hauptgipfel geführt wurde: den Sass Rigais, 3.025 m. Der kleine Reinhold hat diesen Zehn-Meter- Brocken, der Teil eines Klettergartens ist, wahrscheinlich schon erklommen, bevor er laufen konnte. Erkenntnis an der Wand: Irgendwie geht es weiter. Eine Rinne im porösen Dolomitgestein, eine schmale Ritze, eine Unregelmäßigkeit in den Steinstapeln. Fingerkuppen schwitzen, färben sich dunkelrot. Mal schauen, wo ist eigentlich das Ziel? Der Blick fällt versehentlich nach unten – ungesichert.<br />
Kniescheiben vibrieren.</p>
<p>Der rechte Fuß steht über Hüfthöhe, dieses Bein müsste man langsam mal kräftig strecken, um an den nächsten Griff zu kommen. Der Moment zwischen Durchdrücken und nächster-Griff-noch-nicht-gefunden ist sehr lang. Man tastet vorsichtig nach Halt, aber da ist nur glatter Stein. Blut rauscht in den Ohren. Wo ist der Musculus vastus lateralis, wenn man ihn braucht?</p>
<p>Trenkwalder mag keine Corporate-Selbsterfahrungstrips, schon gar kein mittleres Management. Auch die Sprache des Kapitalismus und mit ihr die gesamte alpine Höher-Weiter-Gipfel-Teambuilding-Metaphorik scheint ihm fremd. Worum es ihm aber schon geht, ist Vertrauen. Es ist leicht, ihm das zu schenken. Seine Klientinnen und Klienten kommen mit Lebensfragen zu ihm, die sich besser in Bewegung erforschen lassen als in einer Praxis. Der Berg selbst trage zur Problemlösung relativ wenig bei, sei nur ein „Resonanzraum“.</p>
<p>Und Trenkwalder ist generell zugeneigt, das kann, wer will, an seiner Körperhaltung ablesen. Ein bisschen vorgebeugt, Schultern und Arme wie allzeit bereit zur schnellen Umarmung von Gestein und Mensch. Manchmal bleiben die Lach- und Sonnenfalten unter dem Schirm des Basecaps mit Sponsoren-Logo verborgen. Denn es ist zum Glück nicht so, dass sein Einfühlungsvermögen Bergführer-Flachwitzen grundsätzlich im Wege steht.</p>
<p>Oben. Geschafft. Sauerstoff bis in die Haarspitzen. Wo kommt nun dieses Lachen her? Ist doch gar nicht so lustig, hier mit bebenden Beinen auf einem Felsen zu hocken – und wieder hinunterzumüssen. „Klären wir später, woher das Lachen kommt“, meint Trenkwalder geduldig und versucht, mich am Seil hinabzulassen. „Ich hab schon eine Idee.“</p>
<p>Erstmal gehen wir den Adolf-Munkel-Weg zur Gschnagenhardt-Alm der Familie Profanter, an diesem außergewöhnlich kühlen Junitag fast allein. Man kann sich als Teil eines 1000-Teile-Puzzles fühlen. Schleierwolken wie aus Zuckerwatte kleben an den Nordwänden der Geislergruppe, zerreißen träge, bilden neue Formationen. In den Schlagschatten der Mittagssonne wirkt der Fels noch härter.</p>
<p>Trenkwalder hebt einen Stein auf und zeigt die Abdrücke einer Muschel – ein Andenken daran, wie die Entstehung der Dolomiten vor 280 Millionen Jahren begann: als tropisches Meer. Aber weil die Berge, wie Goethe fand, stumme Meister sind, die schweigsame Schüler machen, wird auch nicht mehr gequatscht als notwendig. Man könnte natürlich reden, aber man tut es nicht. So geht man leicht weiter, mal hintereinander, mal nebeneinander. Mal allein. Ein Schnaufen, ein Blick, eine Pinkelpause.</p>
<p>Im Vorbeigehen finden wir die Ringelspuren des Dreizehenspechtes in der Fichtenrinde. Die haut er mit dem Schnabel hinein, um den austretenden Baumsaft abzuzapfen. Weiß man das einmal, wird man die Spuren in diesem Märchenwald nicht mehr übersehen.</p>
<p>Als Trenkwalder merkt, dass einem der Rucksack schwer wird, hängt er zusätzlich das meterlange Seil darauf – nur, um es bald darauf wortlos wieder abzunehmen. Plötzlich ist der Rucksack leicht. Druck ist vielleicht nur eine Frage der Einstellung.</p>
<h3><strong>Am Grödner Joch ist Lambo-Treffen</strong></h3>
<p>Abends dann die Auflösung, woher das Kichern kam. Druckausgleich. Oder halt einfach: Spaß, ausgelöst durch das psychologische Grundbedürfnis Selbstwirksamkeit. Eigentlich ganz schön, dass die Beine von Felskanten mit Hämatomen in allerlei Farbverläufen tätowiert wurden. Was machen wir morgen?</p>
<p>Trenkwalder hat eine App, die verschiedene Wetterprognosen auswertet. Auch sie zeigt viele blaue Flecken: Regenfelder, viele Regenfelder. Der Juni ist in ganz Südtirol zu nass, sodass die Bäuerinnen um ihre Heuernte fürchten. „Wir haben bis zum frühen Nachmittag. Dann gehen wir den Klettersteig auf die Große Cir.“</p>
<p>Die leicht angespannte Google- Suche „Große Cir wie schwer“ ergibt: „Der versicherte Weg auf die Große Cirspitze (Gran Cir) ist sogar für einen Berner Sennenhund machbar und eher ein schwarzer Bergweg als ein Klettersteig. Ausrüstung: Für Ungeübte Klettersteigausrüstung, Kinder evtl. ein Sicherungsseil.“ Das meint bergsteigen. com.</p>
<p>Als wir losgehen, ist am Grödner Joch Lambo-Treffen. Eine Kolonne der bonbonfarbenen Autos jault durchs Tal, dazu dröhnt ein tief fliegender Versorgungshelikopter. Pisten-Infrastruktur steht<br />
nutzlos herum, die Schneekanonen sehen aus wie riesenhafte elektrische Zahnbürsten. „Apokalypse Now“, kommentiert der Filmexperte der Reisegruppe. Vor genau 15 Jahren hat das Unesco-Welterbekomitee die Dolomiten in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. Dies lockt nun so viele Touristen aus aller Welt an, dass sie der Natur gefährlich werden.</p>
<p>Nach einer halben Stunde Aufstieg weist uns Trenkwalder an, die Helme aufzusetzen und die Klettergurte anzulegen. Wir sind jetzt eine Seilschaft. Entweder Trenkwalder ist sehr vorsichtig oder der Berner Sennenhund des bergsteigen.com-Autors außergewöhnlich gut in Form.</p>
<p>Ab dem ersten Drahtseil sichern wir uns mit je zwei Karabinern. Klettert einer etwas zu schnell eine Felsplatte hoch, spüren die anderen seinen Zug. Rechts geht es steil hinab, überall Geröll. Klong, donnert der Helm vor einen Felsvorsprung. Karabiner auf, Karabiner zu. Es dauert seine Zeit, bis wir einen Rhythmus gefunden haben. Dann funktioniert die Seilschaft. Nicht schlecht für eine Gruppe, die sich am Vortag erst kennengelernt hat. „Was macht man gegen Höhenangst?“, will einer wissen.</p>
<h3><strong>Langsam zieht es sich zu, doch bedrohlich ist es nicht, oder?</strong></h3>
<p>Trenkwalder macht vor, wie sich Ängstliche am Berg festklammern, buchstäblich einfrieren – und rät, das Gewicht erstmal wieder auf die Füße zu verlagern für einen festen Stand. Später wird er<br />
sagen: „Wer nie Angst hat am Berg, ist psychisch nicht gesund.“</p>
<p>Am Gipfel Rundum-Sicht auf Sellastock, das Puez-Hochplateau und den Langkofel. Wir lernen eine einheimische Friseurmeisterin und ihre Tochter kennen, die sich nach einem frühmorgendlichen Arbeitseinsatz auf dem Klettersteig entspannen. Die Dolomiten stehen als Kulisse im Portfolio vieler international tätiger Hochzeitsplaner, und die Bräute brauchen Sturmfrisuren und tränenfestes Make-up, bevor sie im Helikopter fürs Fotoshooting auf ein Felsplateau geflogen werden. Ein Sehnsuchtsort waren die Bleichen Berge schon immer. Egal, wie man sich ihnen nähert: Den Mutigen setzen sie vieles ins Verhältnis.</p>
<p>Beim Abstieg schaut Pauli auf seine Wetter-App. „Holt die Regenjacken raus“, meint er. Die Reisegruppewechselt Blicke. Es zieht sich zwar zu, doch bedrohlich wirkt es nicht. Trotzdem gehorchen wir. Als das Cape sitzt, kommt ein kurzer Wolkenbruch und lässt das Geröllfeld glitschig zurück. „Irgendwelche Tipps für sicheres Gehen auf vielen beweglichen Steinen?“ – „Einfach gehen.“</p>
<p>Komplexer wird es beim abendlichen Debriefing. Wir sind dem vielfach besprochenen Phänomen auf der Spur, warum man beim Wandern „den Kopf frei bekommt“. Trenkwalder erklärt dies streng wissenschaftlich mit transienter Hypofrontalität. Beim Bergsteigen werde, wie beim Sport allgemein, der motorische Cortex aktiviert, der präfrontale Cortex komme zur Ruhe. Die kognitiven Fähigkeiten sinken unter körperlicher Belastung. Auch die Flow- Theorie legt nahe: Einfälle kommen in Bewegung, wenn man sie nicht erzwingt. Das bedeutet nicht, dass jede Idee, die man auf dem Waldweg hat, gut sein muss.</p>
<p>Am letzten Tag gehen wir von Wolkenstein über die Silvesterscharte zur Stevia-Hütte. In der Scharte sind es zwei Grad, die Stevia- Hütte hat – wie alle Hütten, die wir in diesen drei Tagen ansteuern – noch geschlossen. Knödelsuppen-Enttäuschungsmanagement, auch das lehrt einen was. Doch wir dürfen uns in Tonis Stube bei einem Schnaps aufwärmen und schon ans Schgaguler-Restaurant denken.</p>
<h3><strong>Es duftet nach kühlen Steinen und nassem Moos</strong></h3>
<p>Auf dem Rückweg bleibt Trenkwalder so abrupt stehen, dass man beinahe in ihn hineinrennt. Auf einem Felsvorsprung tut ein Murmeltier, was ein Murmeltier tun muss. Süß? Nein. Murmeltiere, erfahren wir, lassen ihre Alten zum Sterben vor der Höhle, bevor der Winterschlaf beginnt. Weil es effizienter ist. In der Schlucht unter uns wallt Nebel auf. Es duftet nach kühlen Steinen und nassem Moos.</p>
<p>„Schon schön, oder?“ Trenkwalder erzählt, wie altbacken er früher erfahrene Wanderführer fand, die stehen bleiben und andere auf die Schönheit der Natur hinweisen. Mittlerweile ertappe er sich häufiger dabei, es selbst zu tun. Was das wohl über einen sagt? Das besprechen wir später.</p>
	</div>
</div>



<a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="#" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zum Artikel</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/felsenfest/">Felsenfest. Tagesspiegel 2024</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hinter der Linse. In Aktiv in den Alpen 2023</title>
		<link>https://www.paulitrenkwalder.com/hinter-der-linse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronja]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Sep 2023 09:58:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.paulitrenkwalder.com/?p=1502</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/hinter-der-linse/">Hinter der Linse. In Aktiv in den Alpen 2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
		<div id="fws_698601a218a07"  data-column-margin="none" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row  bottom_margin_120px bottom_margin_tablet_80px"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				<div id="titel" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h5><em>Interview erschienen in <a href="https://www.aktivindenalpen.com" target="_blank" rel="noopener">Aktiv in den Alpen</a></em></h5>
<h2><span lang="DE">Schlicht und ergreifend. Schlicht in reiner Schönheit. Ergreifend in überwältigender Größe. Pauli Trenkwalders Bilder sprechen eine deutliche Sprache, so minimalistisch sie auch manchmal wirken. Der Südtiroler ist dabei kein typischer Fotograf, verknüpft jedoch in seinem Berufsleben geschickt zwei Branchen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Als Bergführer und Psychologe geht er mit seinen Kunden raus. Auf die Wanderwege, in die Wände, auf die Gipfel seiner Heimat. Seine Couch seien nun mal die Berge, sein Arbeitsplatz, sein place to be. </span></h2>
<h2>Ebenso geschickt wie im Beruf, vereint Trenkwalder Berge und Menschen mithilfe seines Fotoapparates. Klein und zerbrechlich wirken da die Bergsteiger, fast schon verloren, oft in einer kolossalen Bergkulisse. Berge und Menschen. Menschen und Berge. In dieser Symbiose steckt viel mehr als nur Sport, Beruf und Freizeit. Dieses ungreifbare Etwas, meist nicht mehr als ein vorbeihuschendes Gefühl, hält Trenkwalder fest. Mit Geschick, einem geübten Auge, Feingefühl und Gespür für den richtigen Moment. Ach ja: Ein bisschen Glück darf dabei natürlich auch nicht fehlen!</h2>
	</div>
</div>



<div class="divider-wrap" data-alignment="default"><div style="height: 15px;" class="divider"></div></div>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<div class="page" title="Page 7">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<h6>Interview: Benni Sauer</h6>
</div>
</div>
</div>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div><div id="intro" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h3><span lang="DE">Wir treffen Pauli Trenkwalder im Ridnauntal der Gemeinde Ratschings. Von hier ist es nur </span>noch ein Steinwurf hinüber ins benachbarte Pflerschtal, wo der Psychologe gemeinsam mit seiner Frau und Tochter lebt. Der sportliche Südtiroler sitzt uns mit langen, lockigen Haaren und wachen Augen gegenüber. Dabei erzählt er, wie er zwei auf den ersten Blick völlig unterschiedliche Berufe vereint, welche Vorteile die Natur bietet, wenn man sie nur als Arbeitsplatz zulässt. Und er erzählt, dass seine eigentliche Aufgabe nicht das Erzählen, sondern vielmehr das Zuhören ist.</h3>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
		<div id="fws_698601a21a455"  data-column-margin="default" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><strong><span lang="DE">Hallo Pauli, was war zuerst da? </span>Der Bergsteiger oder der Psychologe in Dir?</strong></p>
<p><span lang="DE">Die Leidenschaft, das Interesse war von beidem da. Das eine war ein Studium. Das andere entwickelte sich aus einer Leidenschaft. Aus dem Klettern. Aus dem Bergsteigen. Aus </span><span lang="DE">dem Tun. Beides zu verknüpfen war und ist für mich naheliegend. So weit voneinander </span>entfernt sind die beiden Berufe gar nicht.</p>
<p><strong><span lang="DE">Wie genau sieht denn Dein Werdegang aus?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Ich schloss meine Bergführerausbildung und mein Studium fast gleichzeitig ab. In München </span><span lang="DE">folgte eine systemische Ausbildung, in Österreich eine klinische und gesundheitspsychologische. </span>Natürlich arbeite ich heute auch noch rein als Bergführer. Aber die Kombination aus Bergführer und Psychologe macht einfach Sinn.</p>
<p><strong><span lang="DE">Was sind das für Menschen, die zu Dir kommen und Hilfe suchen?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Am ehesten lässt sich das vielleicht mit einem Zitat einer meiner Kundinnen beschreiben. </span><span lang="DE">Die leidenschaftliche Skifahrerin sagte mir auf einer Skitour, dass sie glaube, wenn ihr </span><span lang="DE">Herz aufgehe, wie in diesem Moment kurz vor der pulvrigen Abfahrt, dann gehe ja auch viel </span>leichter etwas in dieses Herz hinein!</p>
<p><strong><span lang="DE">Worin genau besteht dieser Sinn?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Ich beschreibe mein Tun als niederschwelliges, psychologisches Angebot. Wer beispielsweise </span><span lang="DE">berufliche oder private Entscheidungen treffen muss, wer so etwas gerne extern besprechen möchte, der ist bei mir gut aufgehoben. Gemeinsam gehen wir dann raus. Oft sprechen wir dabei über Stunden nichts. Das sind wertvolle Momente. Manchmal höre ich auch nur zu. Die Menschen, </span>die zu mir kommen haben ja keine psychische Erkrankung. Sie brauchen keine Therapie, sondern eine Unterstützung, eine Hilfestellung in einer schwierigen Situation.</p>
<p><strong><span lang="DE">Nutzt Du also bewusst die Wirkung der Natur auf den Menschen?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">So kann man das nicht sagen, nein. Mit Dingen wie Waldbaden oder der Heilkraft der </span><span lang="DE">Natur kann ich nur wenig anfangen. Was ich mache ist ja kein Hokuspokus. Das Setting, </span><span lang="DE">also der Rahmen, in welchem die Gespräche stattfinden, sind die Berge. Da ist es erstmal </span><span lang="DE">zweitrangig, ob das nun ein Spaziergang, eine Bergwanderung, eine Kletter-, oder Skitour </span>ist. Wichtig ist allein, dass einem das Herz aufgeht.</p>
<div>
<p class="InterviewPTA"><span lang="DE"> </span>An die eigenen Grenzen zu gehen ist dabei übrigens nicht nötig, meistens auch gar nicht förderlich. Viel wichtiger ist es, dass die Beziehungsebene zwischen dem Klienten und mir passend ist, eine Ebene, auf der man etwas gemeinsam hat. Im besten Fall bewegt man sich auf der gleichen Wellenlänge.</p>
<p><strong><span lang="DE">Kommen wir zur Fotografie: Deine Bilder lassen eine deutliche Stillinie erkennen. </span>Wie würdest Du diesen Roten Faden beschreiben?</strong></p>
<p><span lang="DE">Zunächst entstehen meine Bilder fast ausschließlich in der Natur. In den Bergen. In der großen, weiten Landschaft findet der Betrachter nur ab und zu einen Menschen. Die Bilder sind daher meistens minimalistisch, ruhig und oft das Gegenteil von überladen.</span></p>
<p><strong><span lang="DE">Wie findest Du solche Momente und Motive? Wie entstehen diese Bilder?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Den Fotoapparat habe ich keineswegs immer beim Führen dabei. Das ist oft nur schwer unter einen Hut zu bekommen – der Kunde will schließlich nicht alle fünf Minuten auf mich warten müssen. Fotografieren braucht wie das Führen einfach sehr viel Zeit. Manchmal drehe ich aber zum Beispiel noch eine abendliche Runde um die Hütte, wenn meine Gäste versorgt sind. Das ist dann meine Zeit. Da bin ich nur für mich unterwegs. Ich plane höchst selten ein bestimmtes Motiv. Durch meine Berufe habe ich das Glück so oft in der Schönheit der Berge unterwegs zu sein, dass mich meine Motive manchmal sogar geradezu anspringen. Das ist oft auch reines Glück, was mich dann natürlich ganz besonders freut.</span></p>
<p><strong><span lang="DE">Ist diese Zeit für Dich dann „Deine Freizeit in den Bergen“?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">So kann man das sehen, ja. Im Gegensatz zum Führen, ist bei rein privaten Touren die Kamera immer dabei. Das entspannt mich und holt mich oft wieder zurück. Dazu gehört aber nicht nur das Fotografieren als solches, sondern auch die Nacharbeit am Computer. Die Sichtung und Bearbeitung gehören ja auch dazu. Dieser Prozess, das Bild anzuschauen, um beispielsweiße zu kontrollieren, ob man es so hinbekommen hat, wie man es sich im Gelände gedacht hat, das gehört einfach zum Ganzen. </span></p>
<p><strong><span lang="DE">Wie sieht Deine Fotoausrüstung aus?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Im Moment fotografiere ich mit einer Sony Alpha 7R IV. Das ist eine Kamera, die ich natürlich gar nicht ausreizen kann. Ich bin ja kein Fotograf. Eine gute Kamera und gute Objektive sind mir aber dennoch wichtig – die technischen Fähigkeiten aber sind bei meiner Art der Fotografie nicht unbedingt vordergründig nötig. Beim Führen nutze ich sogar manchmal einfach nur schnell das Handy. Das reicht oft schon aus. Gute Fotos wirken aufgrund eines ausgeglichenen Bildaufbaus. Aufgrund von Tiefe und der richtigen Wahl des Bildausschnittes. Egal ob es nun mit dem Handy oder einer professionellen Kamera aufgenommen wurde.</span></p>
<p><strong><span lang="DE">Thema Nachbearbeitung: Wo ziehst du da die Grenzen?</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Ich habe zwei gute Freunde, die echte Fotografen sind. Der eine spricht sich für eine umfangreiche Bearbeitung all seiner Bilder aus. Der andere ist absolut dagegen. Richtig und falsch gibt es da nicht. Wenn ich eines meiner Bilder in ein Schwarzweißfoto verwandle, dann habe ich es aber auch schon maximal bearbeitet, oder? </span></p>
<p><span lang="DE">Ich belichte meine Bilder gerne mal über. Das ist auch eine gewisse Art der Bearbeitung der Wirklichkeit, die allerdings schon in der Kamera passiert. Sicher drehe ich auch im Nachhinein ein wenig an den Reglern. Aber wenn zum Beispiel im Hintergrund eine störende Seilbahnstütze zu sehen ist, dann retuschiere ich diese aus zwei Gründen nicht aus dem Bild. Erstens kann ich das gar nicht und zweitens ist auf meinen Fotos nur eine Seilbahnstütze zu sehen, wenn sie auch zu sehen sein soll.</span></p>
<p><strong><span lang="DE">Neben der Fotografie gibt es auch einige Bewegtbilder, die mit deiner Hilfe entstanden sind.</span></strong></p>
<p><span lang="DE">Das stimmt. Meine Arbeit spielt sich dabei allerdings meistens hinter den Kulissen ab. Ich berate Filmteams, wenn es beispielsweise um Sicherheitsfragen geht, oder darüber was möglich ist und was nicht. Das geht vom Einschätzen der Wetterlage bis zum Sichern der Kameramänner. Und nicht zuletzt war ich auch schon als Double im Einsatz.</span></p>
<p><span lang="DE">Der Film war eine beeindruckende Erfahrung für mich. Es ist spannend zu sehen, wie ein derart großes Team funktioniert. Besonders in Erinnerung ist mir da die Arbeit mir Joseph Vilsmaier und Reinhold Messner für ihren Film Nanga Parbat geblieben. Der Film erschien 2010. Heute spielt die Filmarbeit für mich eine untergeordnete oder sogar überhaupt keine Rolle mehr.</span></p>
<p><strong>Besten Dank für deine Zeit und alles Gute in den Bergen!</strong></p>
<h6>Interview: Benni Sauer</h6>
</div>
	</div>
</div>



<a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2025/10/AktivInDenAlpen.InterviewPauli2023.pdf" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zum Artikel als PDF</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a><a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="https://www.aktivindenalpen.com/hinter-der-linse-pauli-trenkwalder" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zum Online-Artikel</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/hinter-der-linse/">Hinter der Linse. In Aktiv in den Alpen 2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wir sind Meister im Zurückdrängen der Angst. Klettern 2023</title>
		<link>https://www.paulitrenkwalder.com/wir-sind-meister-im-zurueckdraengen-der-angst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronja]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Sep 2023 09:58:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.paulitrenkwalder.com/?p=1576</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/wir-sind-meister-im-zurueckdraengen-der-angst/">Wir sind Meister im Zurückdrängen der Angst. Klettern 2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
		<div id="fws_698601a21c20d"  data-column-margin="none" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row  bottom_margin_120px bottom_margin_tablet_80px"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				<div id="titel" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h5><em>Interview erschienen in Klettern 2023</em></h5>
<h2>Wir sind Meister im Zurückdrängen der Angst</h2>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div><div id="intro" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h3>Langsam lernen, reflektieren und aufeinander aufpassen: Psychologe und Bergführer Pauli Trenkwalder über Kontrolle und Orientierung am Berg und das Verhältnis von Bergführer und Gast.</h3>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
		<div id="fws_698601a21d8f5"  data-column-margin="default" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><strong>Was bewegt Menschen, sich beim Klettern in Gefahr zu bringen?</strong><br />
Das hat etwas mit Selbstverwirklichung zu tun, damit zu zeigen, dass man es kann. Und wir bereiten uns ja darauf vor, weil wir verstehen, dass es gefährlich sein kann. Auch dieses Herantasten, dass man sich das erarbeiten muss, ist ein positiver Fakto<span lang="DE">r.</span></p>
<p><strong>Wie erlebst du als Bergführer, dass Menschen auf das Risiko in den Bergen reagieren?<br />
</strong>Wir sprechen umgangssprachlich von Risiko, aber eigentlich bewegen wir uns in Unsicherheiten. Bergführerinnen und Bergführer lernen, mit dieser Unsicherheit umzugehen und Entscheidungen zu treffen unter Unsicherheit. Und das lernen wir wie alle, indem wir das Schritt für Schritt machen. Ob die Menschen irgendwo Informationen einholen oder sich in Kursen ausbilden lassen: Sie machen den Schritt von der Fremd- zur Eigenentwicklung, wenn man das von den Kompetenzen her sieht. Wenn nun ein Gast von mir irgendwo exponiert steht, da wird er vielleicht schon Angst und Sorge erfahren. Das ist eine normale psychische Reaktion. Erfahrene Bergsteiger und Bergsteigerinnen haben gelernt, diese Angst zurückzudrängen. Sie sind Meister darin.</p>
<p><strong>Das ist aber auch eine Frage der Erfahrung und Routine?<br />
</strong>Genau. Wenn wir irgend etwas Neues lernen, tut‘s uns gut, wenn die Dosis klein ist. Dann gewöhnen wir uns dran und lernen das besser kennen. Und die Fähigkeiten, damit umgehen zu können, werden allmählich größer.</p>
<p><strong>Und diese Fähigkeiten sind notwendig, um sich in diesem exponierten Gelände sicher bewegen zu können.<br />
</strong>Genau. Menschen haben ein Grundbedürfnis nach Sicherheit, wozu wir auch Kontrolle und Orientierung sagen können. Wenn sie einen Kontrollverlust erleiden, dann ist das unglaublich unangenehmes Gefühl. Im Verhältnis Gast /Bergführer oder Bergführerin gibt der Gast einen Teil ab. Und ich bin dafür zuständig, dass diese Person Kontrolle und Orientierung hat, um sich dann am Berg oder in der Wand bewegen zu können.</p>
<p><strong>Besteht die Gefahr, dass man, wenn man lange klettert, die Gefahr unterschätzt? Weil man sich so daran gewöhnt hat?<br />
</strong>Wir zwei am Stammtisch würden sagen: ja. Aber ich kenne die Zahlen dazu nicht. Wobei natürlich Personen, die sehr viel klettern, auch die größere statistische Wahrscheinlichkeit haben, etwas falsch zu machen. Mein Leitsatz ist: Auch wenn ich etwas schon sehr oft gemacht habe – jetzt muss ich mich konzentrieren und noch einmal kontrollieren! Da kommen dann der Selbstcheck und der Partnercheck ins Spiel. Ich schule beides, wobei es mir schon reicht, wenn wir zwei zusammen klettern, dass wir da gegenseitig noch einmal einen Blick drauf werfen. Weil wir ja gemeinsam klettern und weil ich das für dich und mich als Seilschaft machen will. Das gehört einfach dazu, dass man gegenseitig aufeinander aufpasst. Das ist eine Frage der Fürsorge.</p>
<p><strong>Sind wir in der Lage, uns selbst und unsere Fähigkeiten korrekt einzuschätzen?<br />
</strong>Sind wir nicht, sonst wäre diese Welt ja nicht so schräg (lacht). Ansonsten hängt diese Selbsteinschätzung auch von der Lebensphase ab. Wenn wir junge Bergsteiger anschauen, dann merken wir, dass wir älter geworden sind und heute sagen: So haben wir das auch mal erlebt, aber so würden wir es heute nicht mehr machen. Ist das jetzt Erfahrung oder einfach mehr Angst? Oder mehr Verantwortung, weil man noch jemand hat im Leben? Selbsteinschätzung lernen wir, indem wir reflektieren. Vom Anfänger zur Könnerin zum Experten, da komme ich nur hin, wenn ich mein Tun reflektiere, für mich selbst, im Gespräch mit Freunden und Kollegen. Das ist ein lebenslanger Prozess, der einen weiter bringt im Finden und Treffen von guten Entscheidungen.</p>
<p><strong>Weisen erfolgreiche Alpinistinnen und Alpinisten bestimmte Persönlichkeitsmerkmale auf, die sie besser geeignet machen als andere?<br />
</strong>Da habe ich keine Zahlen dazu und weiß es daher auch nicht. Ich finde es auch generell schwierig, einem Menschen eine Persönlichkeit oder eine psychologische Diagnostik zuschreiben, der gar nicht da ist. Das macht man nicht, da kannst du gleich Kaffeesatz lesen. Aber sehen wir es einmal anders herum: Wird durch das Bergsteigen meine Persönlichkeit auch gebildet? Hat das Klettern uns geprägt, dich und mich? Da würden wir wohl beide ja sagen. Und für mich ist das positiv besetzt. Auf welchem Schwierigkeitslevel das jetzt stattfindet, ist eigentlich ziemlich egal. Manche können das halt einfach besser, haben mehr Erfahrung und bewegen sich in viel größeren Unsicherheiten. Aber sie haben auch die größeren Fähigkeiten und wissen, worauf sie sich eingelassen haben. Die andere sagt: „Große Zinne Normalweg, wunderbar, da habe ich genug zu kämpfen mit mir.“ Das ist ein anderes Level, aber auch für sie bildet sich die Persönlichkeit.</p>
<p><strong>Wie kommt man in der Seilschaft aus einer Situation, in der man sich nicht wohlfühlt, aber der oder die andere will weiter?<br />
</strong>Wunderbar ist natürlich, wenn eine Seilschaft oder Gruppe homogen ist. Aber selbst dann ist mal der eine oder die andere stärker oder schwächer. Meistens haben solche Seilschaften oder Gruppen gelernt, damit umzugehen. Du hast ein sehr unzufriedenstellendes Bild gezeichnet, dass einer oder eine nur weitergeht, weil der andere es will. Da würde ich dann nicht mehr mitgehen, weil ich darauf keinen Bock hätte. Ich kann nur eine Empfehlung aussprechen: Das, was du gerne machst – nämlich in die Berge gehen –, ist noch mal schöner, wenn du die richtige Seilpartnerin oder den richtigen Seilpartner hast.</p>
<p><strong>Aber was mache ich, wenn ich mich absolut unwohl fühle und mir in der Tour Zweifel kommen. Die darf ich doch anmelden?<br />
</strong>Ja. Erst wenn du sagst, wie es dir gerade geht und was deine Sorgen sind, hat das Gegenüber die Möglichkeit zu verstehen, um was es da geht. Es kann ja sein, dass die Person das ganz anders sieht. Und die Hoffnung zu haben, dass der andere irgendwie spürt, dass dir unwohl ist, dass ist nicht ideal. Was hilfreich ist und was einem persönlich gut tut: Ganz kurze, prägnante Sätze, wie es dir gerade geht. Dann habe ich die Möglichkeit, das nachzuvollziehen, dir zu erklären, dass ich das anders sehe, oder eine Handlung einzuleiten.</p>
<p><strong>Gibt es bestimmte Sicherheitsprinzipien, denen du bei deiner Arbeit folgst?<br />
</strong>Zu meiner Arbeit gehört, dass ich immer gut vorbereitet bin, also eine Planung habe. Dann gehört dazu, dass ich gut trainiert bin und mich fit fühle. Und schließlich ist auch die ganze Ausrüstung Teil meiner Sicherheit. Dass ich aktuelle Ausrüstung habe, die auch gut verwenden kann und eigene Erfahrungen habe, was besser und was schlechter funktioniert. Wobei das ja alles immer die Grundlagen sind, um seine Arbeit gut zu machen. Aber letztendlich verkaufen Bergführer ja keine Sicherheit. Meine Dienstleistung ist meine Fähigkeit, mein Können und meine Erfahrung, gewisse Situationen einschätzen zu können und Entscheidungen zu treffen. Das führt dazu, dass sich Menschen sicher fühlen. Ich nehme aber wahr, dass die Menschen vergessen haben, dass man in den Bergen umkommen kann. Selbst in der Kletterhalle, wenn es blöd läuft. Das zu erkennen und zu akzeptieren ist für mich eine innere Haltung, und so kommuniziere ich das auch meinen Gästen. Dass dieser Risikoraum und diese Unsicherheiten zu dem schönen Erlebnis Berg dazugehören und auch dazu beitragen, dass die Berge so schön sind. Und dann erkläre ich, dass wir hier jetzt alles tun werden, damit wir ein gutes und schönes Erlebnis haben.</p>
	</div>
</div>



<div class="divider-wrap" data-alignment="default"><div style="height: 30px;" class="divider"></div></div>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h2>Erste Hilfe bei Panikattacken am Fels oder Berg</h2>
<p>Was tun, wenn ein Mensch beim Klettern oder am Berg von Angstgefühlen überwältigt wird?</p>
	</div>
</div>



<div class="divider-wrap" data-alignment="default"><div style="height: 30px;" class="divider"></div></div>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<div>
<p class="InterviewPTF"><strong><span lang="DE">Fall 1: Beim Sportklettern bleibt der Vorsteiger zwischen zwei Haken 10, 15 Minuten stehen und bewegt sich gar nicht mehr, ist auch nicht mehr ansprechbar. Irgendwann klettert er plötzlich weiter.<br />
</span></strong>Aus psychologischer Sicht würde man sagen: Der ist in eine Panik gelaufen. Und das sogenannte „Festfrieren“ ist ein Verhalten, das Menschen in einer Panikattacke zeigen können. Das ist ein klinisches Bild, aber sehr selten. Die Wahrnehmung der Person, die da zwischen den Haken steht, ist: „Ich werde sterben.“ Der Mensch erlebt einen kompletten Kontrollverlust. Gleichzeitig ist diese Person aber immer noch eine denkende Person. Was nicht hilft, ist Anfeuern oder rufen „Stell dich nicht so an!“ Was man wissen muss: Der Mensch in der Panik denkt, das geht immer so weiter und wird immer schlimmer. Aber letztlich flacht die Panik ab und ist irgendwann vorbei. Solange keine Gefahr im Verzug ist, heißt es also abwarten, bis der Peak vorbei ist und die Person langsam wieder Kontrolle erreicht.</p>
</div>
<div>
<p class="InterviewPTF"><strong><span lang="DE">Fall 2: Jemand weigert sich, einen exponierten Weg, wo theoretisch durchaus auch Absturzgefahr bestehen kann, zu gehen und rührt sich, an die Wand gelehnt, nicht mehr vom Fleck.<br />
</span></strong>Man weiß zumindest, dass eine Person in einer solchen Situation keine Übersprungshandlung macht. Das wäre, wenn die Person sagt: „Ich halt‘s nicht mehr aus“ und nach unten springt. Das ist nicht bekannt. Die wird eher festfrieren. Was viele Menschen in ihrer Unsicherheit an solchen Stellen tun, ist sich gegen den Hang zu lehnen anstatt aufrecht zu stehen oder zu gehen. Damit verschiebt sich der Körperschwerpunkt nach innen und die Schuhe rutschen eher noch, was das Unsicherheitsgefühl verstärkt. Was du machen kannst, ist: den Peak der Panik abwarten; durch Anseilen die Absturzgefahr ausschalten; jeden Schritt und jeden Griff ansagen und anzeigen. Denn was macht die Person, wenn sie nickt oder meinem Finger folgt? Sie hat – und wenn es nur ein kleines bisschen ist – wieder Kontrolle erlangt.</p>
</div>
	</div>
</div>



<a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2025/10/Pauli-Klettern2023.pdf" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zum Artikel als PDF</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/wir-sind-meister-im-zurueckdraengen-der-angst/">Wir sind Meister im Zurückdrängen der Angst. Klettern 2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Und ob ich das kann! Freundin 2023</title>
		<link>https://www.paulitrenkwalder.com/und-ob-ich-das-kann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronja]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Sep 2023 09:58:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beitrag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.paulitrenkwalder.com/?p=1571</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/und-ob-ich-das-kann/">Und ob ich das kann! Freundin 2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
		<div id="fws_698601a21fa02"  data-column-margin="none" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row  bottom_margin_120px bottom_margin_tablet_80px"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				<div id="titel" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h5><em>Beitrag erschienen in Freundin 21/2023</em></h5>
<div>
<h2>Jetzt kenne ich meine Grenzen. Und Respektiere Sie.</h2>
</div>
	</div>
</div>



<div class="divider-wrap" data-alignment="default"><div style="height: 15px;" class="divider"></div></div>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<h6>Text: Nina Banneyer, Johanna Mohr, Anna-Helene Leitz<br />
Illustrationen: Charlotte Ager</h6>
</div>
</div>
</div>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
		<div id="fws_698601a220c4e"  data-column-margin="default" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h3>Auf einem winzigen Vorsprung stehen meine Füße, mein Körper an den nackten Felsen gepresst. Runterschauen? Auf keinen Fall. Mein Atem rast, mein Herz auch. Was, wenn ich eine falsche Bewegung mache? Ich sehe mich schon unten liegen. Von oben höre ich ungeduldig: „Los, weiter – ist nicht mehr weit!“ Sagt sich so leicht. Ich bin wie gelähmt vor Panik. Wie komme ich hier nur raus? Vielleicht mit dem Rettungshubschrauber?</h3>
<p>Die erste Attacke von Höhenangst packte mich vor etwa 4 Jahren auf einer anstrengenden Bergtour, die über einen Klettersteig führte. Ich war selbst überrascht. Und erschrocken, als die Angst danach immer häufiger zuschlug. Als mich schließlich sogar auf einem Balkon im fünften Stock Panikgefühle überkommen, beschließe ich, aktiv zu werden. Über den Tipp einer Ex-Kollegin finde ich zu Pauli Trenkwalder. Erfahrener Bergführer, diplomierter Psychologe und Coach. Er begleitet Leute wie mich, die unter Höhenangst leiden. In einem Telefonat versuchen wir herauszufinden, ob es für uns beide passt, wie Pauli sagt. Pauli ist sympathisch, vertrauensweckend, und er hört genau zu. Ich erzähle ihm alles: von meiner Höhenangst seit der Panikattacke auf dem Berg, wie schlimm es für mich war, zu erleben, dass mein Körper nicht mehr das tat hat, was ich wollte. Und dass mich inzwischen Angst überfällt, wenn ich nur auf einem hohen Balkon stehe. Pauli bittet mich, zu erzählen, wie es zu dem Ereignis gekommen sei. Zu dem „Ausgesetztsein“, wie er es in seinem angenehmen Südtiroler Dialekt nennt. Ich erzähle, dass ich mich bei der Planung einer vermeintlich mittelschweren Wanderung komplett auf meinen Begleiter verlassen habe. Und wie unwohl ich mich fühlte, als wir den Weg verloren und auf einer rutschigen, steil abfallenden Bergflanke landeten. Meine Knie zitterten, als wir uns schließlich vor einem Klettersteig wiederfanden, wo Stahlseile und Haken in den Berg gehauen waren. Ich verdrängte mein ungutes Gefühl, bis ich schließlich bewegungslos am Felsen hing. Mein Begleiter reagierte verständnislos. „Angst gibt es nicht“, rief er mir stattdessen zu.</p>
<p>Pauli sieht das anders. „Angst in der Höhe ist eine natürliche Reaktion des Körpers, die Sinn hat“, sagt er. „Sie ist schützend.“ Und die Angst auf dem Balkon? „Die macht nicht so viel Sinn. Das können wir uns anschauen.“ Zwei Monate später treffen wir uns in Sterzing in Südtirol. Hier soll ich meine Höhenangst hinter mir lassen. Und zwar am Berg. „Was ist dein Ziel?“, fragt Pauli mich, als wir uns am Abend zuvor zum Vorgespräch treffen. „Ich möchte einen Klettersteig gehen können“, antworte ich wild entschlossen. Pauli stutzt. Warum gleich einen Klettersteig? Weil ich zum Ursprung meiner Angst zurückgehen möchte. Ich möchte genau die Bewegungsunfähigkeit überwinden, die mich damals lähmte. Und gleichzeitig merke ich, wie nervös mich mein im Wortsinn hochgestecktes Ziel macht. Ich habe echt Bammel.</p>
<p>Am nächsten Tag fahren wir in ein abgeschiedenes Bergtal. Respekt einflößende graue Steinberge erheben sich über mir, manche von ihnen sind mit Schnee bedeckt. Meine Idee, einen Klettersteig gehen zu wollen, kommt mir jetzt reichlich übertrieben vor. Noch dazu sehe ich etwas skeptisch, wie Pauli Helme, lange Seile und Klettergurte und Karabinerhaken einpackt. Was hat er vor? Ich stapfe hinter ihm die Blumenwiese hoch. Als Pauli anhält, stehen wir an einer Stelle, wo es sanft den Berg hinunter geht. Ein kleiner Abhang mit Gebüsch und Gehölz. Pauli fragt: „Wie geht es dir? Ist das aushaltbar für dich?“ Was? – denke ich, dieser kleine Abhang soll mir Angst einflößen? „Nein, alles gut.“ Manche hätten hier schon Höhenangst, erzählt er mir. Für mich unvorstellbar, denn hier hole ich mir allenfalls ein paar blaue Flecken, wenn ich stolpere und hinunterfalle. „Siehst du“, sagt er. „Du kannst es dir rational erklären.“ Wir marschieren weiter, der Weg wird schmaler und abschüssiger. Geröll und Kiesel am Wegesrand, kein abpolsterndes Gebüsch mehr. Herunterfallen möchte ich hier nicht. „Und?“, fragt Pauli, „wie ist es hier?“ „In Ordnung“, sage ich. Ich habe keine Angst. Nächster Stopp. Ein grasiges Plateau, unter uns die letzten Bäume. Ich sage: „Solange ich Bäume sehe, geht es mir gut, da habe ich keine Angst.“ Pauli erwidert. „Da weiß jemand, wie weit er gehen kann“. Meine persönliche Grenze ist also gesetzt.</p>
<p>Dann stehen wir vor dem Klettersteig. In den Berg gehauene Stahlseile führen steil hinauf. „Fühlst du dich bereit?“, fragt Pauli. Ich nicke. Ich bekomme einen Klettergurt, der um die Hüfte und um die Beine geschlungen ist. Daran wird das Klettersteigset befestigt, an dem zwei Karabiner an Zugseilen hängen. Ich kann mich also selbst sichern an dem Stahlseil, das in dem Berg eingelassen ist. Zusätzlich dazu sichert mich Pauli mit Seilen. Er sagt: „Ich vertraue dir, dass du das schaffst, und Du vertraust mir, dass ich dich halte.“ Es kann mir also nichts passieren. Dieses Vertrauen, das merke ich jetzt, ist das Allentscheidende. Ich fühle mich sicher. Aufgeregt, aber ohne Angst. Pauli erklärt mir, wie hoch dieser Klettersteig geht und welchen Verlauf er hat. Auch das ist wichtig. Ungewissheit verunsichert und verängstigt. In etwa zu wissen, was auf einen zukommt, hat etwas Beruhigendes. Dann geht es los. Ich konzentriere mich auf die Tritte, halte mich am Seil oder an Steingriffen fest. Und stelle erstaunt fest: Es macht Spaß, großen Spaß sogar! Ruck Zuck bin ich oben.</p>
<p>Ich bin stolz, es bis hier hingeschafft zu haben. Aber auch irritiert. Habe ich doch gar keine Höhenangst? War das nur Einbildung? Wenn es jetzt so einfach für mich ist, was ist dann bei dieser Panikattacke am Berg passiert? „Du hättest den Klettersteig damals wahrscheinlich sogar geschafft, wenn du nicht schon vorher am Steilstück Angst bekommen hättest“, sagt Pauli. „So war deine psychische Kraft schon aufgebraucht. Jeder hat davon nur ein bestimmtes Kontingent davon. Wenn das verbraucht ist, kommt die Angst.“ Niemand sei vor Höhenangst gefeit, beruhigt er mich. Er habe schon Profi &#8211; Kletterer gesehen, die plötzlich in der Wand festhingen, weil auch sie ihre psychische Reserve aufgebraucht hatten. Deswegen sei es so wichtig, Bergtouren an den eigenen Grenzen auszurichten und gut zu planen.</p>
<p>Ich verstehe. Und will am liebsten gleich weiter hochsteigen, so euphorisch hat mich der Triumph über meine Angst gemacht. „Ich glaube, es ist genug“, sagt Pauli. „Höhenangst besiegt man, wenn man in kleinen Dosen positive Erlebnisse sammelt.“ Wir haben die genau richtige Dosis erreicht. Auf der Tour habe ich nicht nur gelernt, mich im Gelände so zu bewegen, dass ich mich im Gebirge sicher fühle. Vor allem habe ich gelernt, Grenzen zu erkennen und zu achten. Meine Kraft richtig einzuschätzen, in mich reinzuhorchen. Das gilt nicht nur für die Berge, sondern hilft mir auch im Alltag.</p>
<h4>Meine Tipps gegen die Höhenangst</h4>
<ol>
<li>Naturbeobachtungen beruhigen und lenken ab. Öfter mal den Blick in die Weite schweifen lassen und schauen, was man so sieht. Dabei tief ein und ausatmen.</li>
<li>Achtung: Sich an eine vermeintlich sichere Felswand zu lehnen, versteht der Körper als Alarmsignal, weil sich der Schwerpunkt verlagert. Lieber auf beide Füße stellen und zur Mitte ausrichten.</li>
<li>Lippenbremse: Die Lippen zusammenpressen und fest ausatmen. Bringt den Sauerstoff-Haushalt wieder ins Gleichgewicht und schwächt so die Angst- oder Panikattacken ab.</li>
</ol>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Spaziergang mit Hund – das trau ich mich jetzt </p><span class="wrap"><span>Johanna Mohr, 29, hat sich ihrer Hundeangst gestellt – und die Vierbeiner anders kennengelernt.</span></span></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p>Es war mein erster Job, ich war 14 und unglaublich stolz: Jeden Samstag trug ich Supermarkt Werbung aus und verdiente so mein erstes eigenes Geld. An einem Morgen betrat ich ein Grundstück, das ich schon einige Male beliefert hatte. Plötzlich preschte ein Labrador- Retriever bellend auf mich zu und sprang an mir hoch. Ehe ich mich versah, biss er in die Prospekte in meiner Hand und zerfetzte sie knurrend. Zum Glück griff der Besitzer ein. Ich war trotzdem völlig verstört. Und gehe seither mit großer Angst vor Hunden durchs Leben.</p>
<p>Ich fürchte mich vor allem vor größeren Hunden. Was blöd ist, denn die Vierbeiner sind überall. In der Stadt, im Park, bei Freunden und immer öfter auch im Büro. Allein joggen im Feld? Für mich unmöglich. Auf dem Gehweg wechsle ich die Seite, wenn mir ein Mensch mit Hund entgegenkommt. Wie oft habe ich mich schon hinter Bäumen, Müllcontainern oder Autos versteckt, weil irgendwo ein frei laufender Hund herumscharwenzelte? Dass meine Hundeangst nur von sehr wenigen Menschen ernst genommen wird, macht es nicht leichter. Aussagen wie „Der tut doch nichts“, helfen einem nicht. Dabei mag ich Hunde sogar. Trotzdem hielt ich sie die letzten 15 Jahre lieber auf Distanz.</p>
<p>Als ich dieses Jahr in eine neue Wohnung ziehe – mit einer Mitbewohnerin, die ihren Windhund ab und zu da hat – beschließe ich: Es muss sich was ändern. Auf meiner Suche nach einem Training stoße ich auf wecoachyou. Das Team aus fünf Mensch-Hund-Coachinnen, mit Standorten in Offenburg, Frankfurt, München, Polling und Dresden, verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der die individuellen Persönlichkeitsmerkmale von Mensch und Hund berücksichtigt (wecoachyou.de). Von den Coachinnen ist eine Veterinärmedizinerin und drei andere sind staatlich geprüfte Hundetrainerinnen.</p>
<p>Beim Kennenlerntermin mit Petra Metz und Angelika Peter sprechen wir über den Auslöser meiner Angst – und ganz viel anderes: über meine Eltern, ehemalige Lehrkräfte, meinen Partner und Freunde, über Introversion und Unsicherheiten. Ich lerne, dass es okay ist, Angst zu haben, und ich mich dafür nicht schämen muss. Und noch viel wichtiger: ich darf erwarten, dass man meine Angst respektiert. Zum Abschluss geben mir die beiden konkrete Tipps zur Bewältigung von Angstattacken. Mein Körper reagiert meist mit Schwitzen und schnellem Atem, ich verkrampfe und kämpfe mit den Tränen. Was da hilft? „Schreien zum Beispiel“, sagt Petra. „Manche singen auch, hüpfen auf und ab oder schütteln sich. Egal wie, du musst die Anspannung im wahrsten Sinne abschütteln, damit du nicht noch mehr verkrampfst“, erklärt sie.</p>
<p>Gelegenheit dazu bietet sich zwei Wochen später beim Seminar „Dein Hund &amp; Du“. Petra und Angelika wollen uns anleiten, das Wesen eines Hundes besser zu erkennen und zu verstehen. Wir schauen uns verschiedene Hunderassen an. Ich lerne, dass auch Hunde intro- oder extravertiert sind und jeder Hund eine Rolle hat: Entscheidungsträger, Leithund oder Mitarbeiter. Dann üben wir mit echten Tieren. Als ein Hund eine schnell laufende Teilnehmerin bellend verfolgt, erschrecke ich. Bellen triggert meine große Angst, gebissen zu werden. Wie empfohlen reagiere ich mit kräftigem Schütteln und einem lauten „woah“. Und tatsächlich: Ich bin weniger angespannt. „Ein Hund, der bellt, hat was zu sagen“, erklärt mir Petra. Und dass es sehr lange dauert, bis ein Hund wirklich beißt. „Nur wenn er sich bedrängt fühlt.“ Gehe ich also an einem Hund vorbei, der mich anbellt, kann ich sagen: „Ich möchte nur hier lang gehen. Ich tue dir nichts, du tust mir nichts.“ Hunde, so Angelika, spüren die Energie eines Menschen. Je vertrauensvoller ich zu mir selbst bin, desto besser können auch Hunde mich einschätzen.</p>
<p>Zum Abschluss nehmen mich Teilnehmer Martin und seine Hündin Kira mit auf einen Spaziergang. Wir laufen durchs Feld, Kira streift an meinen Beinen vorbei. Ich bin innerlich bei mir und weiß, dass sie nur schnuppert. Dass keine Gefahr von ihr ausgeht, das spürt auch sie. Als uns ein körperlich deutlich überlegener Rüde entgegenkommt, drehen wir auf meinen Wunsch dann aber doch um. „Du kannst nicht von heute auf morgen den Schalter umlegen. Das ist ein langer Prozess, der einfach Zeit braucht“, ermutigen mich die Coachinnen. Immerhin: Ein Anfang ist gemacht.</p>
<h4>Meine Tipps gegen Angst vor Hunden</h4>
<ol>
<li>Bewältigungsstrategien wie Singen oder sich schütteln helfen während der Angstattacke, überschüssige Energie loszuwerden.</li>
<li>Kleine oder besonders sanftmütige Hunde sind ein guter Anfang, um sich den Vierbeinern anzunähern.</li>
<li>Ihre Freundin hat einen Hund? Begleiten Sie sie auf die Hundewiese und beobachten Sie die Tiere und ihr Verhalten aus sicherem Abstand.</li>
</ol>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Ich fahre wieder. Und werde jeden Tag sicherer. </p><span class="wrap"><span>Anna-Helene Leitz, 44, hat sich nach über 20 Jahren wieder ans Steuer getraut – dank Fahrstunden bei einer spezialisierten Lehrerin.</span></span></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p>Die Ampel springt auf Grün. Ich gebe Gas. Rechts abbiegen. Nach 350 Metern halte ich am Straßenrand, blinke, parke rückwärts ein. Geschafft. Mit einem stolzen Lächeln ziehe ich den Schlüssel ab. Ich habe gerade meinen Sohn von seinem Freund abgeholt – mit dem Auto.</p>
<p style="font-weight: 400;">Klingt total selbstverständlich für Sie? Für mich war es das lange nicht. Dabei habe ich meinen Führerschein seit fast 25 Jahren. Gefahren bin ich davon allerdings nur knapp drei. Mit Anfang 20 geriet ich mit einem Kleinbus auf der Autobahn ins Schleudern. Ich hatte Todesangst und obwohl zum Glück nichts passierte – mein damaliger Freund griff ins Lenkrad und half mir, das Auto auf dem Standstreifen zum Stehen zu bringen – habe ich mich ab diesem Moment nicht mehr hinters Steuer getraut. Aus Angst, wieder die Kontrolle über ein Fahrzeug zu verlieren und dadurch mich und andere in Gefahr zu bringen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Vermeidungsverhalten nennen das Verkehrspsychologen wie Birgit Scheucher von der Verkehrspsychologischen Praxis München. Das Problem: „Das Vermeiden schützt zwar vor angstauslösenden Situationen, verhindert aber langfristig, dass das Gehirn neue, positive Erfahrungen mit dem Autofahren verknüpft. So bleibt die Angst bestehen und ist beim nächsten Fahrversuch möglicherweise noch größer.“ Diese Erfahrung musste auch ich machen: Einmal fuhr ich mit meinem Mann um den Block, ein anderes Mal nahm ich eine Auffrischungsstunde in einer örtlichen Fahrschule. Beide Male war ich danach noch unsicherer als vorher. Gleichzeitig ärgerte ich mich immer mehr darüber, so unselbstständig zu sein. Ständig musste ich andere bitten, mich mitzunehmen, meine Kinder zum Turnen, zum Reiten, zum Oboenunterricht zu fahren.</p>
<p style="font-weight: 400;">Vor gut einem Jahr beschließe ich also, es noch einmal zu versuchen – diesmal mit einer Expertin und in meinem eigenen Tempo. Ich melde mich bei Nina Kandlbinder von der Münchner Fahrschule „Pro-Frau“ (frauen-fahrschule.com). Die 44-Jährige hat sich auf Frauen mit Fahrangst spezialisiert, zu ihr kommen Schülerinnen jeden Alters, von Mitte 20 bis über 60. „Sie sind längst nicht die Einzige“, beruhigt sie mich im Vorgespräch. Trotzdem bin ich vor der ersten Stunde unglaublich nervös: Was, wenn ich wirklich nicht mehr fahren kann? Wenn ich das Gaspedal nicht mehr finde? Oder das Auto beim Ausparken an die Wand setze? Aber meine Sorgen sind unbegründet. Nina Kandlbinder nimmt sich die Zeit, mir alles noch mal von Grund auf zu zeigen: Spiegel einstellen, Blinker setzen, rückwärtsfahren. „Der erste Schritt ist es, mit dem Auto vertraut zu werden, das ist die Basis, auf der alles aufbaut.“ Die ersten beiden Stunden üben wir nur auf dem Parkplatz. Im Schritttempo fahre ich von Lücke zu Lücke, immer darauf bedacht, das Lenkrad gerade zu halten. Danach geht es durchs Wohngebiet. Ich wiederhole, worauf es beim Linksabbiegen ankommt, „großer Bogen, auf Gegenverkehr und Radfahrer achten!“, und wie man beim Rückwärtseinparken korrigiert.</p>
<p style="font-weight: 400;">Von Stunde zu Stunde achte ich weniger auf mich und fokussiere mehr auf den Verkehr um mich herum. Das gibt mir die nötige Sicherheit, um mich in die belebte Innenstadt und schließlich auch auf die Autobahn zu trauen. „Konzentrieren Sie sich auf den Abstand zum Vordermann und lassen Sie sich nicht drängeln“, rät mir Nina Kandlbinder mit ruhiger Stimme. Nie wird sie laut, nie ungeduldig – im Gegenteil, wir lachen unheimlich viel miteinander. Nach jeder Stunde besprechen wir die kritischen Situationen, aber auch, was richtig gut gelaufen ist. Ich bekomme Hausaufgaben, zum Beispiel sonntags zum Supermarkt zu fahren, um das Einparken zu üben. So kann ich auch die Zeit zwischen den Stunden nutzen. Dazu gibt es ein Begleitbuch für die Theorie. Aus den geplanten zehn Fahrstunden werden schließlich 14. Die erste habe ich im September gemacht, die letzte im Mai. Ich habe mir Zeit gelassen, viel geübt. Und auch ein paar Dellen in unser Auto gefahren (die Einfahrt ist wirklich sehr schmal). Aber jetzt fahre ich wieder. Und ich werde jeden Tag sicherer.</p>
<h4>Meine Tipps gegen Fahrangst</h4>
<ol>
<li>Nicht drängeln lassen. Brenzlige Situationen entstehen meist durch Hektik.</li>
<li>Nicht fahren, wenn man wütend oder traurig ist. Miese Laune überträgt sich sofort auf den Fahrstil. Besser: zur Ruhe kommen oder doch das Rad nehmen.</li>
<li>Üben, üben, üben. Am besten am Sonntagmorgen, da ist wenig Verkehr.</li>
</ol>
	</div>
</div>



<a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2025/10/Freundin-Angst-2023.pdf" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zum Artikel als PDF</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/und-ob-ich-das-kann/">Und ob ich das kann! Freundin 2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Meine Couch sind die Berge. Interview in Alp-Lines 2022</title>
		<link>https://www.paulitrenkwalder.com/meine-couch-sind-die-berge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Sep 2022 09:58:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.paulitrenkwalder.com/?p=1509</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/meine-couch-sind-die-berge/">Meine Couch sind die Berge. Interview in Alp-Lines 2022</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
		<div id="fws_698601a222ebc"  data-column-margin="none" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row  bottom_margin_120px bottom_margin_tablet_80px"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				<div id="titel" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h5><em>Interview erschienen in Alp-Lines 2022</em></h5>
<h2>Psychologe und Bergführer Pauli Trenkwalder im Portrait</h2>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div><div id="intro" data-midnight="" data-column-margin="default" class="wpb_row vc_row-fluid vc_row inner_row"  style=""><div class="row-bg-wrap"> <div class="row-bg" ></div> </div><div class="row_col_wrap_12_inner col span_12  left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col child_column no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "   data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
		<div class="wpb_wrapper">
			
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<h3><span lang="DE">Wir treffen Pauli Trenkwalder im Ridnauntal der Gemeinde Ratschings. Von hier ist es nur noch ein Steinwurf hinüber ins benachbarte Pflerschtal, wo der Psychologe gemeinsam mit seiner Frau und Tochter lebt. Der sportliche Südtiroler sitzt uns mit langen, lockigen Haaren und wachen Augen gegenüber. Dabei erzählt er, wie er zwei auf den ersten Blick völlig unterschiedliche Berufe vereint, welche Vorteile die Natur bietet, wenn man sie nur als Arbeitsplatz zulässt. Und er erzählt, dass seine eigentliche Aufgabe nicht das Erzählen, sondern vielmehr das Zuhören ist.</span></h3>
	</div>
</div>




		</div> 
	</div>
	</div> 
</div></div>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
		<div id="fws_698601a2246f8"  data-column-margin="default" data-midnight="dark"  class="wpb_row vc_row-fluid vc_row"  style="padding-top: 0px; padding-bottom: 0px; "><div class="row-bg-wrap" data-bg-animation="none" data-bg-animation-delay="" data-bg-overlay="false"><div class="inner-wrap row-bg-layer" ><div class="row-bg viewport-desktop"  style=""></div></div></div><div class="row_col_wrap_12 col span_12 dark left">
	<div  class="vc_col-sm-12 wpb_column column_container vc_column_container col has-animation no-extra-padding inherit_tablet inherit_phone "  data-padding-pos="all" data-has-bg-color="false" data-bg-color="" data-bg-opacity="1" data-animation="fade-in" data-delay="0" >
		<div class="vc_column-inner" >
			<div class="wpb_wrapper">
				
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><span lang="DE">Pauli lebt schon immer hier, nahe dem Brenner, in den Südtiroler Bergen. Was zuerst da war, möchten wir von ihm wissen: Der Bergsteiger in ihm, oder der Psychologe?</span></p>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Die Leidenschaft, das Interesse war von beidem da. Das eine war ein Studium. Das andere entwickelte sich aus einer Leidenschaft. Aus dem Klettern. Aus dem Bergsteigen. Aus dem Tun. </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p>Und so dauerte es nicht lange, bis der junge Trenkwalder sich fragte, ob man davon nicht auch leben könne. Mit vielen Freunden und Bekannten, die entweder noch in der Bergführerausbildung oder schon ausgebildet waren, sah er einen Weg. Quasi zweigleisig schloss er beides ab. In München folgte eine systemische Ausbildung, in Österreich eine klinische und gesundheitspsychologische Ausbildung. Und dann kombinierte der Bergfreund, was seiner Meinung nach ohnehin gar nicht so weit voneinander entfernt ist.</p>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Meine Couch sind die Berge. Ich bin zwar immer noch ganz klassisch rein als Bergführer und im Lehrteam des Deutschen Alpenvereins als Ausbilder unterwegs, aber eben auch als Psychologe. Mit den Menschen, die zu mir kommen, gehe ich dann raus – in die Berge. </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><span lang="DE">Italien, Deutschland, Schweiz: Paulis Werdegang ist fast im ganzen Alpenraum verstreut. Er ist ein Macher. Energiegeladen. Und zweifelsfrei mit einem festen Willen. Die Kombination Bergführer und Psychologe gäbe es ja nicht oft, so sagt er. Aber die Kombination </span>macht eben auch Sinn!</p>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Am ehesten lässt sich das vielleicht mit einem Zitat einer meiner Kundinnen beschreiben. Die leidenschaftliche Skifahrerin sagte mir auf einer Skitour, dass sie glaube, wenn ihr Herz aufgehe, wie in diesem Moment kurz vor der pulvrigen Abfahrt, dann gehe ja auch viel leichter etwas in dieses Herz hinein! </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><span lang="DE">Wer sind die Menschen, die Trenkwalder aufsuchen? Und was kann er für sie tun? Der Bergpsychologe beschreibt auf diese Frage sein Tun als niederschwelliges, psychologisches Angebot. Wer berufliche oder private Entscheidungen treffen muss, wer so etwas gerne extern besprechen möchte, der ist bei Pauli genau richtig </span><span lang="DE">aufgehoben.</span></p>
<div><span lang="DE">Selbstverständlich sind das Menschen, die ohnehin schon einen großen Bezug zu den Bergen haben. Und draußen auf Tour, ist die psychologische Arbeit Trenkwalders keine andere als die eines ganz gewöhnlichen Psychologen. Doch ist es die Natur, die Umgebung, oder viel mehr was wir Menschen in ihr sehen, was beiden Seiten einen enormen Vorteil bieten kann. </span></div>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Oft sprechen wir dann über Stunden nichts. Das sind wertvolle Momente. Manchmal höre ich auch nur zu. Die Menschen, die zu mir kommen haben ja keine psychische Erkrankung. Sie brauchen keine Therapie, sondern eine Unterstützung, eine Hilfestellung in einer schwierigen Situation. </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><span lang="DE">Teambuilding. Waldbaden. Die Heilkraft der Natur. Mit all dem kann Pauli recht wenig anfangen – schließlich sei das ja kein Hokuspokus was er da mache. Was folgt, ist ein Erklärungsversuch. Das Setting, also der Rahmen, in welchem diese Gespräche stattfinden, sind die Berge. Da ist es erstmal zweitrangig, ob das nun ein Spaziergang, eine Bergwanderung, eine Kletter-, oder Skitour ist. Wichtig sei eben, dass einem das Herz </span><span lang="DE">aufgehe. </span></p>
<p><span lang="DE">An die eigenen Grenzen zu gehen sei dabei nicht nötig, meistens auch gar nicht förderlich. Viel wichtiger sei es, dass die Beziehungsebene zwischen dem Klienten und ihm passend ist, eine Ebene, auf der man etwas gemeinsam hat. Im besten Fall bewegt man sich auf der gleichen Wellenlänge. Diese Beziehungsarbeit ist ein wichtiger Teil seiner Aufgabe und gerade hier tun ihm die Berge einen großen Gefallen. Meistens kommen die Menschen mit einer positiven Grundeinstellung zu ihm. Immerhin geht es ja in die Berge, in ein Abenteuer, ins Vergnügen, odereinfach in den Urlaub. Das ist das Fundament.</span></p>
	</div>
</div>



<blockquote class="nectar_single_testimonial" tabindex="0" data-color="default" data-style="bold"><div class="inner"data-custom-color="true" style="color: #a58f60;"> <p><span class="open-quote">&#8221;</span>Dazu kommt, dass wir nicht nur eine Stunde in einem Raum miteinander verbringen, sondern den ganzen Tag! Unterwegs ist es befreiend, wenn der Blick schweifen kann. Es gibt nicht diesen Druck: Was soll ich jetzt tun? Was soll ich jetzt sagen? Oft passiert zwischen meinem Gast und mir stundenlang scheinbar nichts. Doch der Schein trügt. Oft passiert genau in diesen Momenten sehr viel! </p></div></blockquote>
<div class="wpb_text_column wpb_content_element " >
	<div class="wpb_wrapper">
		<p><span lang="DE">Wir philosophieren noch lange über Paulis Arbeitsweise. Über die Berge. Über die anspruchsvollen Erstbegehungen in weit entfernten Ländern, die ihm gelangen, lange bevor er als Ehemann und Familienvater ein neues Lebenskapitel eröffnete. Heute fotografiert er leidenschaftlich gerne. Natürlich das Lieblingsmotiv: Große Berge und kleine </span><span lang="DE">Menschen. </span></p>
<p><span lang="DE">Uns gegenüber sitzt ein interessanter Mensch, eine spannende Persönlichkeit, die ganz sicher gefunden hat, was sie glücklich gemacht hat. Denn auch das, so sagt er, muss man ja erstmal finden. Spüren. Erleben!</span></p>
	</div>
</div>



<a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="https://www.alpstyle-magazin.com/meine-couch-sind-die-berge" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zum Online-Interview</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a><a class="nectar-button medium regular accent-color has-icon  regular-button"  role="button" style="margin-top: 80px; background-color: #000000;" target="_blank" href="https://www.paulitrenkwalder.com/wp-content/uploads/2025/10/AlpLines-Pauli-2022.pdf" data-color-override="#000000" data-hover-color-override="false" data-hover-text-color-override="#fff"><span>zum Interview als PDF</span><i><span class="im-icon-wrap"><span><svg role="presentation" version="1.1" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="32" height="32" viewBox="0 0 32 32">
        <path d="M18.333 31.333c-0.076 0-0.151-0.012-0.224-0.039-0.265-0.095-0.443-0.347-0.443-0.628v-29.333c0-0.281 0.177-0.533 0.443-0.627 0.26-0.096 0.561-0.013 0.74 0.205l12 14.667c0.201 0.247 0.201 0.599 0 0.844l-12 14.667c-0.129 0.159-0.321 0.244-0.516 0.244zM19 3.201v25.599l10.472-12.8-10.472-12.799zM17.667 17.333h-16c-0.368 0-0.667-0.3-0.667-0.667 0-0.368 0.299-0.667 0.667-0.667h16c0.367 0 0.667 0.299 0.667 0.667 0 0.367-0.3 0.667-0.667 0.667z"></path>
        </svg></span></span></i></a>
			</div> 
		</div>
	</div> 
</div></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.paulitrenkwalder.com/meine-couch-sind-die-berge/">Meine Couch sind die Berge. Interview in Alp-Lines 2022</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.paulitrenkwalder.com">[ Pauli Trenkwalder | Berge &amp; Psychologie ]</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
